Drübeck l Wie wichtig funktionierende Hygienekonzepte in de aktuellen Pandemie sind, das wird sich am Beispiel der Drübecker Kindertagesstätte „Kunterbunt“ zeigen. Am Donnerstagnachmittag, 22. Oktober, wurde dort ein erster Corona-Fall gemeldet. „Eine Erzieherin der Einrichtung hatte ein positives Testergebnis und wir haben sofort reagiert“, sagte Manuela Tönnies, Geschäftsführerin des Tagesstätten-Betreibers PIN aus Schönebeck.

Infizierte Mitarbeiterin sofort in Quarantäne

Sofort wurde mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Kontakt aufgenommen, um die Sofortmaßnahmen zu koordinieren. Die betroffene Mitarbeiterin wurde sofort in Quarantäne geschickt. Das gleiche galt für zwei Kindergruppen, in denen die Pädagogin direkt oder als Vertretung zuletzt tätig war. „Die Eltern der Kinder der beiden Gruppen wurden, so schnell es ging, telefonisch informiert, damit sie ihre Kinder abholen und in häusliche Quarantäne bringen konnten“, sagte Manuela Tönnies.

Die Pressestelle des Landkreises Harz informierte dazu, dass neben den 36 betroffenen Kindern auch vier Mitarbeiterinnen, die Kontakt zu der infizierten Kollegin hatten, in die Quarantäne geschickt worden sind. Sie sollten sich am Freitag, 23. Oktober im Ameos-Klinikum in Halberstadt einem Covid-19-Kontrollabstrich unterziehen. Dies sei noch in den Vormittagsstunden abgeschlossen worden. Über die Ergebnisse der Tests wurde bislang noch nichts bekannt.

Parallel dazu wurde der Sachstand auch weiteren Eltern zur Kenntnis gegeben und von Seiten des Betreibers die Bitte geäußert, zumindest am gestrigen Freitag, die Kinder daheim zu betreuen. „Weitgehend war dies möglich. Heute sind nur zwölf der rund 100 Kinder in die Einrichtung gebracht worden“, sagte die PIN-Chefin und bedankt sich für das Entgegenkommen bei allen Eltern und sicher auch Großeltern, die dazu beitragen, die Situation zu entschärfen.

Ab Montag nur Notbetreuung

Ebenfalls am Freitag wurde vom Träger der Einrichtung ein Elternbrief verfasst und zumeist auf elektronischem Weg versandt. In dem von Manuela Tönnies unterzeichneten Schreiben, wurde alle Eltern der in der Einrichtung betreuten Kinder noch einmal offiziell informiert, denn viele benötigen ein solches Schreiben zur Vorlage bei ihren Arbeitgebern. In diesem Zusammenhang hob Manuela Tönnies das bisherige Hygienekonzept hervor, durch das wahrscheinlich größerer Schaden vermieden werden kann.

Der PIN informiert über die Gesamtlage und teilt den Eltern mit, dass seitens des Trägers alles getan werde, um die Tagesstätte geöffnet zu lassen. „Nach derzeitigem Stand planen wir ab dem 26. Oktober eine Notbetreuung von Kindern, deren Eltern nicht selbst die Betreuung übernehmen oder privat organisiert bekommen“, heißt es in dem Schreiben wörtlich. Weitere Informationen zum aktuellen Stand der Dinge soll es laut PIN-Geschäftsführung am Montag in der Einrichtung selbst geben.

In den Elternbrief wird aber auch darauf verwiesen, dass es - Stand Freitagmittag - in der Einrichtung nur noch fünf Pädagoginnen gebe, die sich nicht in eine Quarantäne begeben mussten. Auch wegen dieses Engpasses sei ab Montag vorerst nur eine Notbetreuung der Kinder möglich. Das Schreiben der PIN-Geschäftsführung endet mit einer Bitte an alle von den Maßnahmen Betroffenen, dass man sich gegenseitig unterstützt und die aktuelle Situation gemeinsam meistert.