Wernigerode l Unermüdlich läuft die Pumpe am Trafohaus am Zillierbach. Noch immer sickert Öl aus der verlassenen Umspannstation der ehemaligen Storchmühle in Wernigerode ins Erdreich. Wie es durch das Fundament in den Boden gelangt, bleibt trotz mehrerer Suchschächte rätselhaft. Nun soll der Pumpenschacht wieder aufgefüllt werden, um die Brücke über das Gewässer im Mühlental wieder öffnen zu können. Darauf haben sich Vertreter des Umweltamtes vom Harzkreis, des Wernigeröder Bauamtes, der Stadtwerke und der ausführenden Firmen geeinigt.

Die Pumpe am Boden des rund drei Meter tiefen Schachtes soll weiter laufen, um das mit Trafoöl verunreinigte Wasser abzutransportieren. Dazu wird der Schacht mit Kies und sogenannter Zauberwatte versehen. Das weiße wachsartige Material saugt das Öl auf. „Der kontaminierte Boden, den wir ausgehoben haben, muss spezialentsorgt werden“, informiert Bauamtschef Jörg Völkel.

Neue Wasserprobe wird entnommen

Um die Auswirkungen der Ölhavarie abschätzen zu können, entnimmt der Gewässerkundliche Landesdienst in der nächsten Woche eine neue Probe aus dem Zillierbach, berichtet Torsten Sinnecker. „Das einzig Positive ist bislang, dass wir keine akute Gefahr für Fische im Bach feststellen konnten“, sagt der Chef des Harzer Umweltamtes. Die leckgeschlagenen Trafos mit einem Fassungsvermögen von zusammen 700 Litern Öl sollen fachgerecht entsorgt werden.

Entdeckt wurde die Gefahrenstelle am Sonntag, 25. März, als Fußgänger einen Ölfilm auf dem Zillierbach bemerkten. 40 Feuerwehrleute sicherten das Ufer unterhalb des 2014 aufgegebenen Trafohauses mit Sandsacksperren und Ölvliesen, die seitdem immer wieder erneuert werden. Die Polizei vermutet, dass Buntmetalldiebe in den Betonklotz eingebrochen waren und die Ablassschrauben für das Öl entfernt hatten.