Wernigerode l Die Suche nach den Ursachen für die Ölspur auf dem Zillierbach geht weiter. Noch immer läuft Öl aus einem aufgegebenen Trafohaus in das Gewässer. „Dieses Problem ist absolutes Neuland für uns“, sagt Torsten Sinnecker. Wie der Chef des Umweltamtes vom Harzkreis erläutert, sei immer noch unklar, wie das Trafoöl aus der Umspannstation auf dem Storchmühle-Grundstück bis unter die Ufermauer gelangt.

„Wir haben sechs Kubikmeter Erde ausgehoben, zwei Meter tief geschachtet – und bislang keine Ölfahne im Boden gefunden“, sagt ein Topcar-Mitarbeiter. Das Leipziger Unternehmen, auf Gefahrenbekämpfung durch fossile Brenn- und Schmierstoffe spezialisiert, ist seit zwei Wochen im Mühlental im Einsatz.

Auch eine Grabung bis in 1,60 Meter Tiefe am Fundament des Trafohauses habe keine Ergebnisse gebracht. Strom- und Gasleitungen erschwerten die Suchschachtungen.

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Trafoöl wohl komplett ausgelaufen

Vor anderthalb Wochen hatten Fußgänger eine Ölspur auf dem Gewässer unterhalb der Ruine des einst beliebten Ausflugslokals Storchmühle entdeckt. Vermutlich hatten Buntmetalldiebe die Flüssigkeitsablassschrauben der knapp 700 Liter fassenden Transformatoren entfernt, teilte die Polizei mit. Rund 40 Feuerwehrleute aus Wernigerode und den Ortsteilen rückten zu einem Großeinsatz an der Brücke gegenüber der Tiergartenstraße aus, um mit Sandsäcken und Ölvliesen die Austrittsstelle einzudämmen. „Nach jetzigem Kenntnisstand gehen wir davon aus, dass das Trafoöl komplett ausgelaufen ist“, vermutet Sinnecker.

Um dem Öl auf die Spur zu kommen, sollen die Suchschächte nun auf das Niveau des Flussbett drei Meter unter dem 2014 aufgegebenen Betonhäuschen vertieft werden. Da Transformatorenöl sehr dünnflüssig sei, fließe es senkrecht nach unten – bis es auf Grundwasser stoße, erläutert ein Topcar-Mitarbeiter bei einer Besichtigung der Gefahrenstelle am Dienstagnachmittag.

Zillierbach-Pegel steigt mit Schneeschmelze

Beim dem Treffen von Mitarbeitern des Umweltamtes, der Stadtwerke und des Bauamtes Wernigerode und des Landesbetriebs für Hochwasserschutz gibt es immerhin eine gute Nachricht: Bislang gibt es keinerlei Anzeichen für ein Fischsterben im Zillierbach unterhalb des Mühlentals. Im Gewässer leben vor allem Forellen und Groppen.

Sorgen bereitet Torsten Sinnecker dagegen die in den Harzer Bergen einsetzende Schneeschmelze. „Uns läuft die Zeit davon.“ Die Luftlinie rund fünf Kilometer flussaufwärts gelegene Zillierbachtalsperre fülle sich, sagt der Umweltamtschef. Wenn der Landestalsperrenbetrieb Wasser ablassen müsse, steige auch der Pegel im Mühlental. „Deshalb werden wir die Dämme aus Sandsäcken, die die Ölsperren stützen, noch einmal erhöhen müssen.“