Blankenburg l Aufatmen in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Blankenburg: Alle Tests der von Quarantäne betroffenen 27 Mitarbeiter sind negativ. Das hat das Gesundheitsamt des Landkreises Harz am Mittwoch, 30. September, auf Volksstimme-Nachfrage mitgeteilt. Wie das Harzklinikum nahezu zeitgleich informierte, gelte das auch für jene fünf Patienten, die als Kontaktpersonen gegolten haben.

Mitte September war bei einer im kommunalen Harzklinikum obligatorischen Routinekontrolle eine aus Albanien stammende Ärztin positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zuvor hatte es für sie nach der Einreise aus Albanien einen negativen Test gegeben, sodass sie planmäßig und nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt ihren Dienst in der Fachklinik wieder aufgenommen hatte. Nach dem positiven Befund war für die fünf Patienten und 27 Klinik-Mitarbeiter eine 14-tägige Quarantäne angeordnet worden.

Mit dem Mittwoch, 30. September, ist die Quarantäne nun beendet. An der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik sei damit der „normale Alltag“ unter Corona-Bedingungen wieder eingekehrt, hieß es aus dem Harzklinikum.

Chefarzt hält Vorgehen für richtig

„Wir haben – abgestimmt mit dem Gesundheitsamt – schnell und konsequent gehandelt, um Patienten und Mitarbeiter zu schützen. Eine solche Situation ist organisatorisch schwierig, für alle eine zusätzliche Belastung und teils mit persönlichen Einschränkungen verbunden. In der nachträglichen Bewertung funktioniert unser Corona-Hygieneregime am Harzklinikum und erscheint richtig, wenn auch hinausgehend über die Vorgaben durch das Land Sachsen-Anhalt“, ließ Chefarzt Dr. Christian Algermissen mitteilen.

Das abgestimmte Handeln von Klinik und Gesundheitsamt hatte trotzdem einige Fragen aufgeworfen. Wie die Kreisverwaltung auf Volksstimme-Nachfrage bestätigte, sind 16 der 27 betroffenen Klinikmitarbeiter trotz angeordneter Quarantäne weiterhin ihrer Arbeit im Thie-Krankenhaus nachgegangen – mit Zustimmung des Gesundheitsamtes und unter vorgegebenen Quarantäne-Anordnungen: „Die Kollegen können unter Anwendung hygienischer Schutzmaßnahmen und bei Fehlen von typischen Symptomen weiter arbeiten, dürfen das Haus jedoch nur für die berufliche Tätigkeit verlassen und müssen sich zu Hause absondern“, hieß es aus der Kreisverwaltung. Demnach habe das Harzklinikum um diese Regelung gebeten, um einen sogenannten „relevanten Personalmangel“ zu vermeiden.

Mit diesen Festlegungen sei das Gesundheitsamt den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) gefolgt. Diese seien sowohl im Landkreis Harz als auch andernorts schon mehrfach getroffen worden. Die vom RKI benannten „Optionen zur vorzeitigen Tätigkeitsaufnahme von Kontaktpersonen unter medizinischem Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern bei relevantem Personalmangel“ zielten demnach vor allem auf Situationen in Krankenhäusern ab, die im Fall der Blankenburger Klinik vorgelegen hätten.

Besuche von Geschäften und Restaurants tabu

Die Mitarbeiter unterlägen demnach in ihrem Privatleben weiter der Quarantäne und dürften diese nur für ihre Berufstätigkeit unterbrechen. Besuche von Veranstaltungen, Geschäften und Restaurants seien tabu. „Es muss täglich eine Symptom-Selbstkontrolle erfolgen. Während ihrer Tätigkeit müssen die Mitarbeiter mindestens einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Sie sollen sich soweit als möglich von anderen Mitarbeitern absondern“, heißt es von der Kreisverwaltung.

Die Überwachung der Quarantäne erfolge durch das Gesundheitsamt. „Alle in Quarantäne befindlichen Personen werden täglich angerufen, sowohl um sich nach deren Befinden zu erkundigen und ob doch noch Symptome aufgetreten sind, als auch um die Einhaltung der Quarantänemaßnahmen zu kontrollieren. Mindestens einmal im Verlauf der Quarantänezeit erfolgt ein unangekündigter Hausbesuch.“