Blankenburg

Parkbühne wird zerlegt

Die einstigen Bühne im Stadtpark Blankenburg wird abgerissen. Das Areal soll für 1,7 Millionen Euro umgestaltet werden.

Von Jens Müller

Blankenburg l „Symbiose aus Traditionen und Visionen“ hat die Harzer Volksstimme am 14. März 2009 getitelt. In jenem Beitrag ging es um konkrete Ideen für eine Neugestaltung des Blankenburger Stadtparks und ein Wiederbeleben der maroden und dem Vandalismus ausgelieferten Parkbühne. Christine Werner, einstige Studentin der Landschaftsarchitektur und Umweltplanung an der Hochschule Anhalt in Bernburg, hatte damals im Rahmen eines Praktikums bei der Stadtverwaltung viele Ideen entwickelt, darunter ein Spielhaus mit Möglichkeiten zum Freiluftklettern, ein Parkcafé, mit Fitnessgeräten ausgestattete „Sportinseln“ für Aktivitäten aller Altersgruppen und einiges mehr. Besonderes Augenmerk richtete sie auf die Wiederbelebung der Parkbühne, die Sicherung des historischen Baumbestandes und die Aufforderung an alle Einwohner, sich mit eigenen Ideen bei der Umsetzung solch eines Konzeptes einzubringen.

Nun, genau elf Jahre später, wird es mit dem Projekt „Umgestaltung des Stadtparks“ tatsächlich ernst. Am gestrigen Mittwoch begannen Abrissarbeiten an der ehemaligen Parkbühne. Mitarbeiter der Ralf Fischer GmbH aus Blankenburg füllten die ersten Container mit Bauschutt. Und das von Hand. Heute soll schließlich schweres Gerät zum Einsatz kommen.

Wie Karsten Wrabetz vom Bauamt der Stadt Blankenburg mitteilt, erfolgt zunächst ein Teilabbruch der denkmalgeschützten Parkbühne, die anschließend durch einen Neubau ersetzt wird. Der geplante Holzrahmenbau biete laut dem beauftragten Ingenieurbüro auch Platz für Toiletten, Umkleide- und Vorbereitungsräume für Künstler sowie ein Lager. Das gegenüberliegende Regiehaus werde demnach vollständig abgerissen und ebenfalls durch einen modernen, zweigeschossigen Neubau ersetzt. Im Obergeschoss werde sich künftig ein Vorführraum befinden, um verschiedenste Veranstaltungen wie Konzerte, Theater- und Kinovorführungen zu ermöglichen. Im Erdgeschoss soll unter anderem eine Toiletten-Anlage untergebracht werden. Angedacht ist außerdem eine Ausleihe für Spielgeräte.

Laut Karsten Wrabetz befinden sich die Anträge für die Neubauten momentan zur Prüfung beim Bauamt des Landkreises Harz: „Nach Erteilung der Baugenehmigungen können wir die Arbeiten ausschreiben.“ Die Fertigstellung der Parkbühne und des Regiehauses sei für August 2021 geplant.

Wie die Stadtverwaltung weiter mitteilt, sehen die Planungen außerdem vor, das Parkgelände aus Gründen der Ordnung und Sicherheit einzuzäunen. Auch hiermit werde zeitnah begonnen. Die Ausschreibung für den neuen Spielplatz werde derzeit vorbereitet. „Dort entsteht für alle Altersgruppen ein großer Bereich zum Spielen, Toben und für sportliche Aktivitäten“, heißt es dazu. Im Detail vorgesehen sind dort unter anderem eine 20 Meter lange Seilbahn, Trampoline, ein neuer Turm für eine Röhrenrutsche, Tischtennisplatten und Flächen für Ballspiele sowie Calisthenics – sportliche Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Ebenfalls eingeplant sind ein Matsch- und Wasserspielplatz auf der Wiese und ein bis zu drei Meter hoher Kletterfelsen. Die bereits stehenden Spielgeräte bleiben erhalten.

Für die während der Bauarbeiten zu erwartetenden Einschränkungen bittet die Stadtverwaltung alle Blankenburger um Verständnis.

Möglich machen die nunmehr gestarteten Arbeiten der Förderbescheid über 1,13 Millionen Euro, den Thomas Webel (CDU), Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, bereits am 26. November 2018 an Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU) übergeben hatte - quasi als „Trostpflaster“ für die bei der Landesgartenschau-Bewerbung 2022 unterlegene Harzstadt.

Laut Stadtverwaltung ist Blankenburg als erste und einzige Kommune Sachsen-Anhalts in das Bund-Länder-Programm Städtebauförderung „Zukunft Stadtgrün“ aufgenommen worden. Insgesamt können damit rund 1,7 Millionen Euro im Stadtpark investiert werden. Das Gelände soll „als städtischer Quartierspark für die Altstadt und die angrenzenden Wohngebiete entwickelt werden, so dass er als ökologisch wichtiger Bereich auch den steigenden Nutzungsanforderungen entspricht“, heißt es. „Unsere Bürgerinnen und Bürger haben wir von Anfang an in die Planungen einbezogen“, betont Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU), der auf rund 700 eingegangene Vorschläge und Ideen verweist. „Wir wollen unseren Stadtpark zu einem einzigartigen Treffpunkt für alle Generationen umgestalten und freuen uns, dass es endlich losgeht.“