Trink- und Abwasserzweckverband Blankenburg nimmt Vererdungsanlage in Betrieb – Infotag am 30. Oktober

Projekt fertig: "Und hier riecht nichts"

Von Jens Müller

Im Rahmen eines Infotages wird der Trink- und Abwasserzweckverband Blankenburg und Umgebung (TAZV) seine neu gebaute Vererdungsanlage am Samstag, 30. Oktober, erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Die Arbeiten an der Westerhäuser Straße sind fast abgeschlossen.

Blankenburg. Noch einige Restarbeiten am Pumpensystem – dann ist die neue Vererdungsanlage des TAZV fertiggestellt. Auch wenn sich die Arbeiten aufgrund des strengen Winters und manch verregneter Wochen im Frühjahr und Sommer um mehrere Monate verzögert haben, ist Dieter Strauch, Fachbereichsleiter Investitionen beim TAZV, mit der Bauausführung zufrieden: "Die beauftragten Firmen haben kompetent gearbeitet und eine hervorragende Qualität abgeliefert."

Insgesamt hat der Verband mehr als 1,2 Millionen Euro in die neue Anlage an der Westerhäuser Straße investiert. Einst befand sich dort die alte Blankenburger Kläranlage. Nach der Beräumung des Areals, bei der nicht wenige illegale Müllhaufen beseitigt werden mussten, wurden in einem ersten Bauabschnitt zehn sogenannte Polder angelegt. Diese Becken haben jeweils eine Größe von 23,5 mal 54 Meter. Der Untergrund besteht aus einer Drainage, drei Schichten Kies unterschiedlicher Körnung und einer Dichtungsbahn.

Künftig wird der in der Abwasseranlage des TAZV anfallende Klärschlamm über eine Druckleitung gleichmäßig in die Becken geleitet. Das im Schlamm enthaltene Wasser versickert. Übrig bleibt ein Trockensubstrat, das durch angesätes Weidelgras letztlich vererdet. Der durch das Gras gebildete Wurzelraum wirkt dabei als Bioreaktor. Der Vorteil dieses Verfahrens: Die so erzeugte Erde kann nach etwa drei Jahren für den Landschaftsbau und in der Landwirtschaft verwendet werden.

Darüber hinaus spare die Vererdung eine Menge Geld, so Dieter Strauch. Denn bisher erfolgt die Schlammentwässerung mechanisch mit einer Zentrifuge. Dieser großer Energieaufwand sowie die Zugabe von Kalk entfallen künftig. "Mit der Vererdung können wir dauerhaft Kosten einsparen und damit Gebührensteigerungen verhindern."

Am Sonnabend, 30. Oktober, – der ursprüngliche Termin wurde um eine Woche verschoben – können sich alle Interessierten zwischen 10 und 14 Uhr die Anlage vor Ort anschauen und sich darüber informieren. Verbandschef Karl-Josef Hahner zerstreut schon vor der Inbetriebnahme Befürchtungen über etwaige Geruchsbelästigungen: "Diese Anlage ist nicht mit den Rieselfeldern von früher zu vergleichen. Hier riecht nichts."