Blankenburg l Die Harzstadt ist am Montag gleich zweimal zur Adresse für Beamte des polizeilichen Spezialeinsatzkommandos (SEK) geworden. Zunächst in den Abendstunden, nachdem zuvor ein Blankenburger eine 16-Jährige mit einem Messer bedroht hatte (die Volksstimme berichtete am Dienstag). Kurz vor Mitternacht mussten die Experten dann noch einmal im Harz anrücken, um einen Konflikt, bei dem nach ersten Erkenntnissen eine Waffe im Spiel war, unblutig zu beenden. Letztlich, so ein Sprecher des Harzer Polizeireviers, gelang dies in beiden Fällen.

Im ersten Fall hatte laut Polizeisprecher Uwe Becker ein mit Frauensachen bekleideter Mann gegen 14.30 Uhr eine 16-Jährige auf der Neuen Halberstädter Straße mit einem Messer bedroht. Nach Volksstimme-Informationen sollen die Worte „Wenn du dich nicht benimmst, steche ich dich ab“ gefallen sein.

„Aufgrund des von dem Mann bevorzugten und unseren Beamten längst gut bekannten Kleidungsstils hatten wir sofort einen bereits polizeilich bekannten 64-Jährigen, der im Blankenburger Adolf-Ledebur-Ring wohnt, im Visier“, so Becker weiter.

Da sich besagter Mann in seiner Wohnung verschanzt habe und aus polizeilicher Erfahrung vergangener Einsätze heraus eine von dem Mann ausgehende Gefahr nicht ausgeschlossen werden konnte, seien Spezialeinsatzkräfte hinzugezogen worden. Für die SEK-Beamten sei es kein Problem gewesen, den 64-Jährigen in dessen Wohnung anzutreffen, festzunehmen und anschließend in ein Fachkrankenhaus zu bringen. Darüber hinaus hätten die Beamten in der Wohnung des Mannes ein Messer sichergestellt, welches der 64-Jährige bei der Tat genutzt haben könnte.

Ob der Verdächtige nunmehr längere Zeit im psychiatrischen Fachkrankenhaus bleiben muss, blieb gestern offen. Die Staatsanwaltschaft sieht aktuell keine Veranlassung zum Handeln. Der vorliegende Tatbestand der Bedrohung sei ein Privatklagedelikt. Soll heißen: Die 16-Jährige oder deren Eltern müssten tätig werden. Ob der 64-Jährige generell in eine Fachklinik müsse, obliege der Entscheidung eines Richters am zuständigen Amtsgericht in Wernigerode. Dort war gestern nichts mehr in Erfahrung zu bringen.

Der 64-Jährige soll in der Vergangenheit in Blankenburg regelmäßig mit wundersamen Auftritten in Frauenkleidern für Irritationen gesorgt haben. Zudem soll er mehrfach Kinder angesprochen haben. Ob dies nunmehr in Entscheidungen einfließt, bleibt abzuwarten.

Kaum hatten die SEK-Beamten nach diesem Einsatz die Blütenstadt verlassen, mussten sie erneut mit Blaulicht in die Harzstadt eilen. Ziel war diesmal ein Mehrfamilienhauses an der Geschwister-Scholl-Straße.

Dort hatte gegen 23.30 Uhr eine Bewohnerin einen Nachbarn aufgesucht und um Ruhe gebeten. Statt zu nachtschlafender Stunde dieser Bitte zu folgen, soll der Mann die Frau mit einer Pistole bedroht haben. „Da der Mann auch gegenüber unseren Beamten äußerst aggressiv reagierte und mit einer Pistole drohte, wurden Spezialeinsatzkräfte zur Unterstützung hinzugezogen“, so Polizeisprecher Becker. Die SEK-Beamten hätten den alkoholisierten Mann wenig später schlafend in seiner Wohnung angetroffen.

Polizeilich seien ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung gegen den Mann eingeleitet und ihm eine Blutprobe entnommen worden. Darüber hinaus stellten die Beamten in der Wohnung eine Schreckschusspistole sowie drei Gasdruckpistolen sicher.