Blankenburg l In Blankenburgs Schlosspark könnte bald ein wässriges Idyll wieder in altem Glanz erstrahlen. Der Bund schießt für die Sanierung des Schlossteichs 1,8 Millionen Euro zu. Das hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Das Geld stammt aus dem Förderprogramm „Modellprojekte zur Klimaanpassung und Modernisierung in urbanen Räumen“. Darüber informiert die Harzer CDU-Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer: „Die Stadt Blankenburg möchte im Rahmen ihres Projekts die bereits seit dem Mittelalter bestehenden Wassergrabensysteme und Wasseradern im historischen Schlosspark reaktivieren.“ Damit solle einer Verlandung des Gewässers vorgebeugt und der gesamte Schlosspark als Natur- und Erholungsraum erhalten werden. Der Bund unterstreiche damit „auch die Vorbildwirkung für andere Park- und Gartenanlagen in Deutschland“.

Freude im Rathaus ist groß

Hoch erfreut reagiert Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU) auf die Kunde aus Berlin. Das Stadtoberhaupt weiß, wie sehr den Blankenburgern der Schlossteich am Herzen liege. „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben deshalb binnen kurzer Zeit den Förderantrag gestellt. Ich freue mich, dass wir das Gewässer sanieren und für kommende Generationen erhalten können.“

Der Bürgermeister dankt vor allem Heike Brehmer, die sich wiederholt für die Stadt Blankenburg eingesetzt habe. Ohne den Einsatz der Christdemokratin „und die Fördermittel, die uns der Bund zur Verfügung stellt, wären viele Investitionen der vergangenen Jahre nicht möglich gewesen“.

Entschlammung als erstes Ziel

Wie aus dem Konzeptentwurf des Bauamtes hervorgeht, hat die Teichsanierung als ersten Schritt die Trockenentschlammung und die Herstellung eines regulierbaren Zu- und Ablaufs zum Ziel. „Sie stellt einen Eingriff nach Paragraf 14 des Bundesnaturschutzgesetzes dar“, heißt es weiter. Darüber hinaus sollen Strategien entwickelt werden, um das ökologische System im und am Schlossteich aufrechtzuerhalten.

Geplant sind dafür laut Bauamt sowohl technische Veränderungen als auch Projekte zur Besiedlung, Bewirtschaftung und Pflege des Gewässers. So könnten Graskarpfen in den Teich eingesetzt werden, um den Bestand von Pflanzen wie Wasserlinsen an der Oberfläche zu regulieren, heißt es in dem Papier. Damit falle mehr Licht in tiefere Schichten. Dies wiederum „begünstigt den Einfluss von Kleinstlebewesen zur natürlichen Zersetzung der Faulschlämme“.

Ein Hindernis für die Arbeiten könnte die unregelmäßige Form des von Bäumen umsäumten Teichs werden. An einer der beiden Längsseiten verläuft ein Wanderweg, auf der anderen mit etwas Abstand die Straße vom Großen Schloss zum Hotel Vogelherd und zur Hasselfelder Straße. In letzterer Richtung war der historische Zulauf. Nur an diesem langgezogenen und schmalhalsigen Ende „ist eine direkte Baustellenzufahrt zur Wasserfäche darstellbar“, heißt es in den Erläuterungen des Bauamts.

Nur im Herbst oder Winter möglich

Aufgrund dieser Geometrie und Lage müssten zwei Baustellen eingerichtet werden. Die erste im Bereich unterhalb des Marstall, wo der Teich nierenförmig ist. Von dort könnten Tiefbauarbeiten erfolgen, um einen neuen, regulierbaren Zulauf herzustellen.

Eine zweite Bautelle soll am gegenüberliegenden Teichende mit dem historischen Zulauf entstehen. Von dort aus könne der Schlamm abtransportiert werden. „Da es sich um eine undefinierte Teichsohle handelt und da auf Grund des regelmäßigen Umkippens des Wassers und des damit verbundenen Artensterbens höchst seltene Arten im Teich nicht erwartet werden, ist diese Vorgehensweise sinnvoll“, steht im Konzept des Bauamtes. Dafür solle das Wasser „abgepumpt und abgefahren“, der Schlamm entwässert und getrocknet werden.

Um Fauna und Flora zu schützen, könne der Schlossteich nur im Herbst oder Winter trockengelegt werden. Die Planung und Vorarbeiten, um das Projekt genehmigen zu lassen, seien „entsprechend umfangreich, zeit- und kostenintensiv“.

Was letztendlich davon realisiert werden kann, ist laut Verwaltungssprecher Bennet Dörge noch offen. Ebenso die weitere Zukunftsmusik für Schlossteich: So sei denkbar, dass Studenten der Hochschule Anhalt vom Fachbereich Gewässerökologie den Schlossteich bis über das Projektende hinaus begleiten.