Schierke l Der Harzwald stirbt. Aber Thomas Rader will nicht tatenlos zusehen. Der Niedersachse hat ein Klimaprojekt gestartet und hofft nun auf viele Nachahmer.

Thomas Rader ist Schierke seit einigen Jahren verbunden. Zusammen mit seinem Schwager Thorsten Rau hat er in den Bau von mehreren Ferienhäusern investiert. Im Moment entsteht in unmittelbarer Nähe ein italienisches Restaurant und weitere Ferienwohnungen. Raders Idee: Ab sofort sollen von jeder bei ihm gebuchten Nacht fünf Euro für den Erwerb und die Anpflanzung von Laubbäumen im Harz gespendet werden. Zu Weihnachten und sogar Silvester sogar zehn Euro.

Zeit zu handeln

„Es kann mir schließlich niemand verbieten, dafür Geld zurückzulegen“, so der Investor. Auch wenn er nicht ständig im Harz zugegen ist, geht das Waldsterben nicht an ihm vorbei. „In Schierke geht es ja noch. Richtig schlimm ist es schon in Torfhaus. Da ist nichts mehr grün“, so Rader. „Wenn nichts unternommen wird, sieht es in Schierke bald genauso aus.“

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Bei seiner Aktion gehe es ihm vor allem darum, dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen. „Bäume sind Kohlendioxidschlucker.“ Je mehr Bäume es gebe, je mehr CO2 werde aufgenommen. Außerdem sei es wichtig, dem Waldsterben im Harz Einhalt zu bieten.

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„Und das kommuniziere ich auch unseren Gästen“, sagt Thomas Rader. „Sie sollen wissen, dass sie durch ihre Buchung an unserem Klimaprojekt teilnehmen.“

Unter dem Hashtag #heiermann4future hat Rader bereits für seine Idee die Werbetrommel gerührt und viel Zuspruch geerntet. „Die Resonanz war überwältigend.“ Es habe aber auch einige negative Kommentare gegeben. So sei ihm unter anderem vorgeworfen worden, er wolle aus dem Projekt Profit schlagen. „Genau das Gegenteil ist der Fall, ich gebe doch Geld ab“, hält Rader entgegen. Dass es nicht ausreiche, ein paar Bäume zu pflanzen, hieß es von anderen Kritikern. „Sicher reicht das allein nicht. Aber soll ich deshalb erst gar nicht anfangen?“ Es sei eine kleine Aktion, der viele weitere folgen sollen. „Und wir wollen wachsen.“

Partner

Mit seinem Partner Thorsten Rau und mit Matthias Braun, der ebenfalls einige Ferienhäuser in Schierke vermietet, hätten sich bereits zwei weitere Mitstreiter gefunden. „In einem Jahr könnte damit schon eine fünfstellige Summe zusammenkommen“, hat Rader überschlagen. „Das sind schon ein paar Bäume.“

Thomas Rader möchte alle Vermieter in Schierke ermutigen, sich an dem Klimaprojekt zu beteiligen. „Ob mit einem, drei oder fünf Euro. Das ist jedem selbst überlassen.“ Schierke würde sich damit geschlossen präsentieren. „Das hat doch eine große Außenwirkung: Der Harz tut etwas.“

Website

Um das Projekt transparent zu gestalten, arbeitet Thomas Rader nun an einer Website. „Mit einem aktuellen Spendenzähler“, erläutert er. „Und wie viele Bäume das Geld entspricht.“