Wernigerode l Der 61. Deutsche Schützentag wird die Schießsportler noch einige Zeit beschäftigen. Zum einen wegen der vor allem in leistungssportlicher Hinsicht getroffenen Beschlüsse. Zum anderen hat sich die Harzstadt als sehr guter Gastgeber erwiesen.

Das hat Chef-Organisator Eduard Korzenek ebenso wie der formale Gastgeber, Hans-Heinrich von Schönfels als Präsident des Deutschen Schützenbundes, ausdrücklich lobend hervorgehoben. Als Zeichen der Anerkennung und vor allem stellvertretend für die vielen Helfer, Mit-Organisatoren, Sponsoren und Verwaltungsmitarbeiter wurden Eduard Korzenek und der Wernige- röder Helge-Hartmut Mehlhose mit der Präsidentenmedaille des Deutschen Schützenbundes ausgezeichnet. Geehrt fühlen durften sich indes alle, die ihren Anteil am Gelingen der dreitägigen Veranstaltung hatten.

Traditionen

Die Einwohner und Gäste der Stadt hatten vor allem beim Großen Zapfenstreich am Freitagabend, aber auch beim Festumzug am Nachmittag Gelegenheit, an den Traditionen der Schützen teilzuhaben.

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Zum Großen Zapfenstreich pilgerten wegen eines unmittelbar vor Beginn niedergegangenen heftigen Regengusses relativ wenige. Dennoch wirkte der Marktplatz voll und die Schützen, die bei Aufstellung und Marsch zum Markt den Regen noch abbekommen hatten, hielten tapfer durch.

Festumzug

Nicht nur in punkto Beteiligung war der Festumzug am Sonnabendnachmittag ein voller Erfolg. Mehr als 2500 Mitwirkende aus ganz Deutschland präsentierten sich und ihre Traditionen. Da marschierten die Schützen in den Krachledernen aus Bayern neben Gesandten aus der Pfalz, die in trachtenähnlichen Uniformen marschierten, sowie Schützen aus dem Ruhrpott, deren Kleidung an eine Bergmannstracht erinnerte. Dabei konnte auch der Harz mithalten. Zum Beispiel mit den Schützen aus Wasserleben und Veckenstedt, die – entsprechend ihrer lokalen Traditionen – mit weißem Hemd, schwarzem Anzug und schwarzem Zylinder den Zug bereicherten.

Einen großen Block stellten in Form von Hunderten Schützen aus allen Ecken Sachsen-Anhalts und vor allem des Harzer Schützenbundes traditionell die Gastgeber. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Zahl der Mitmarschierenden pro Verein bewusst limitiert war. Hätten sich alle im Zug einreihen können, die es gewollt hätten, hätte der Umzug sicherlich bis zum späten Abend gedauert.

Musik

Neben den Schützen bot der Harz aber auch eine Menge Musik auf. Fast zehn Spielmannszüge aus dem gesamten Harzkreis sorgten für Stimmung und den passenden Marschtakt. Auffällig war, dass deren Repertoire viele Volkslieder enthielt. Als letztere erklangen, sangen viele Schaulustige ebenso mit wie die Umzugsteilnehmer selbst.

Und es gab auch etwas zu lachen. Beim Durchmarsch einer Truppe aus dem Rheinland ließ ein Schütze immer wieder laute „Helau“-Rufe vernehmen. Es gab lautstarke Grüße an die Gastgeberstadt und ebenso herzliche Grüße zurück. Und zum Glück für alle hatte einer zur Umzugszeit einen großen Bogen um die Harzstadt gemacht – der Regen. Viele Teilnehmer hatten vorsorglich einen Schirm dabei und bestätigten die alte Weisheit, dass es nur dann schüttet, wenn der Schirm daheim vergessen wurde.

Wiedersehen

Verbandsintern wurde am Sonnabend im Festzelt der Bundeskönigsball gefeiert. Dabei wurden die neuen Bundeskönige proklamiert. Musik von „Tänzchentee“ sorgte für gute Stimmung. Mit einem großen Höhenfeuerwerk verabschiedeten sich um Mitternacht die Schützen und die Stadt Wernigerode voneinander. Für viele Auswärtige, so wurde es in vielen Gesprächen deutlich, war es der erste, mit Sicherheit aber nicht der letzte Besuch in der bunten Stadt am Harz.