Versicherer ÖSA beteiligt Wernigerode an Jahresumsatz / Frank Meyer: "Großschäden rechnen wir nicht immer ein"

Stadt erhält trotz Freibadbrand 3540 Euro Gewinnanteil

Von Julia Schneider

Wernigerode l Obwohl Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) und Hauptamtsleiter Rüdiger Dorff bisher in jedem Jahr im Namen der Stadt Geld von Vertretern der ÖSA entgegennehmen konnten, überraschte sie der jüngste Besuch der Versicherer. "Schließlich haben wir Ihnen mit unserem abgebrannten Waldhofbad ja einen wirklich großen Schadensfall beschert", sagte Gaffert.

"Wir verteilen momentan ja auch die Gewinne von 2011 und nicht die des aktuellen Jahres", erklärten ÖSA-Bezirksdirektor Frank Meyer und Agenturleiter Thomas Seifert mit einem Augenzwinkern. So lange sich die Schadensquote eines kommunalen Kunden in einem bestimmten Rahmen befindet, wird dieser am jährlichen Gewinn beteiligt.

In diesem Jahr erhielt Wernigerode 3540 Euro. Das Geld möchte die Stadt in kulturelle, soziale und gemeinnützige Projekte investieren. "Wohin genau wir das Geld verteilen, werden wir uns noch einfallen lassen", so Rüdiger Dorff.

Die Unterstützung von sozialen Vorhaben hat sich auch die ÖSA auf die Fahnen geschrieben: "Genau das haben wir mit der Beteiligung an unseren Gewinnen im Sinn - dass die Kommunen damit sinnvolle Projekte unterstützen", bekräftigte Meyer. Bei seinem Besuch im Rathaus warb er auch für das Unwetterfrühwarnsystem WIND, das Kommunen kostenlos zur Verfügung steht, um rechtzeitig Menschenleben und Sachwerte zu schützen. "Es sollte noch stärker genutzt werden", sagte er.

Verabschiedet haben sich die ÖSA-Vertreter übrigens "bis zum nächsten Jahr". Denn: "Großschäden rechnen wir nicht immer unbedingt in die Ausschüttung ein", so Frank Meyer mit Blick auf den Waldhofbad-Brand.