Eigenheime

Stadtrat Wernigerode gibt grünes Licht für ein neues Baugebiet im Ortsteil Silstedt

Gute Nachrichten für alle, die von einem Haus in Wernigerode träumen. Der Stadtrat hat die Weichen für ein Baugebiet gestellt – trotz Kontroversen im Vorfeld.

Von Sandra Reulecke
Für das neue Baugebiet in der Böhrstedter Straße in Silstedt müssen zwei Pferdekoppeln weichen. Wie Ortsbürger Karl-Heinz Mänz informiert, wurden bereits neue Flächen für die Tiere gefunden.
Für das neue Baugebiet in der Böhrstedter Straße in Silstedt müssen zwei Pferdekoppeln weichen. Wie Ortsbürger Karl-Heinz Mänz informiert, wurden bereits neue Flächen für die Tiere gefunden. Sandra Reulecke

Wernigerode/Silstedt - 35 Eigenheime können am Ortsrand von Silstedt errichtet werden. Die Weichen für das Baugebiet hat der Wernigeröder Stadtrat in einer Sitzung in der vorigen Woche gestellt. Mehrheitlich – bei zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen – stimmten die Mitglieder des Gremiums für die Neuaufstellung des Bebauungsplans Börstedter Straße im beschleunigten Verfahren. Ein eindeutiges Ergebnis – dabei hatte sich der Bauausschuss gegen das Vorhaben ausgesprochen.

Auch bei Kleingärtnern sorgte es für Unmut. Sie befürchteten, dass ihre gepachteten Parzellen in der Börstedter Straße für die Eigenheime weichen müssten. Eine Sorge, die spätestens mit einem Informationsabend, zu dem Ortsbürgermeister Karl-Heinz Mänz (CDU) wenige Tage vor der Stadtratssitzung eingeladen hatte, aus dem Weg geräumt werden konnten.

Zwei geschützte Biotope

Einen anderen Kritikpunkt brachte Sabine Wetzel von den Grünen im Stadtrat erneut zur Sprache: zwei geschützte Biotope, eine Feuchtwiese und eine Ligusterhecke, lägen im Planungsgebiet. „Ich bin seit 80 Jahren Silstedter und weiß um Gottes willen nicht, wo da eine Feuchtwiese sein soll“, konterte Karl-Heinz Mänz. Und die Hecke, betonte der Ortsbürgermeister, befinde sich nicht im Baugebiet. Sie sei zudem nicht natürlich gewachsen, sondern vor Jahren von Gartenpächtern gepflanzt worden.

Siegfried Siegel (SPD) bemängelte erneut die Größe des geplanten Gebiets, das knapp 30.000 Quadratmeter umfassen soll. Es sei zu befürchten, dass so der Charakter und das Ortsbild des alten Dorfes zerstört werden, äußerte er wortreich. „Waren Sie schon einmal in Silstedt und haben es sich überhaupt angesehen?“, fragte ihn Karl-Heinz Mänz daraufhin. Denn dann sei diese Befürchtung hinfällig.

Lückenbebauung ausgeschöpft

Er appellierte an seine Ratskollegen, für den Bebauungsplan zu stimmen – so, wie es der Ortschaftsrat getan habe. Das Interesse von jungen Familien, in Silstedt ein Eigenheim zu finden, sei groß und könne aktuell nicht bedient werden. Stichwort Lückenbebauung: „17 Häuser wurden schon im Ort gebaut, weitere fünf folgen 2021, 2022. Damit ist Schluss, mehr gibt es nicht“, so Mänz.

Rückenwind erhielt er für den Appell nicht nur aus der eigenen Fraktion, sondern auch von Matthias Bosse (SPD). Man dürfe den Stadtplanern bei diesem Projekt einen Vertrauensvorschuss einräumen und so, wie er die Silstedter kennengelernt habe, sei sicher, dass die Häuslebauer in den Ort integriert werden.