Unwetter

Starkregen lässt in Blankenburg Keller und Garagen voll laufen

Allein 57 Unwettereinsätze haben am Wochenende die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Blankenburg abgearbeitet. Dabei wurden vor allem voll gelaufene Keller und Garagen ausgepumpt. Binnen einer Stunde fielen mehr als 42 Liter Regen pro Quadratmeter - mehr als sonst im ganzen Monat.

Von Jens Müller
Gemeinsames Großreinemachen nach dem Starkregen am Samstagnachmittag, 5. Juni, im Blankenburger Finkenweg. Selbst die dort erst neu installierten Kanäle bewältigten die Wassermassen nicht.  Binnen einer Stunde fielen in der Harzstadt 42,6 Liter Regen pro Quadratmeter.
Gemeinsames Großreinemachen nach dem Starkregen am Samstagnachmittag, 5. Juni, im Blankenburger Finkenweg. Selbst die dort erst neu installierten Kanäle bewältigten die Wassermassen nicht. Binnen einer Stunde fielen in der Harzstadt 42,6 Liter Regen pro Quadratmeter. Foto: Jens Müller

Blankenburg - „Es war ein anstrengendes Wochenende.“ Allein der Blick auf die Einsatzzahlen ab Samstagmittag, 5. Juni, lässt diesen Satz von Blankenburgs Wehrleiter Alexander Beck leicht untertrieben erscheinen. Gegen 13 Uhr wurde wegen des über der Stadt niedergehenden Starkregens Unwetteralarm ausgelöst und alle verfügbaren Kräfte in das Gerätehaus alarmiert. Von dem dort extra für solche Lagen eingerichteten Führungspunkt wurden die Einsätze koordiniert und weitere Ortswehren nach Blankenburg beordert.

Keller voll gelaufen und Straßen überspült

„Gemeinsam konnte binnen drei Stunden auf alle Notrufe reagiert werden. Weitere Kräfte im Gerätehaus beluden die Logistik-Fahrzeuge mit Hochwasser-Modulen und rückten zur Unterstützung der vor Ort befindlichen Kräfte aus“, erläuterte Alexander Beck das Vorgehen. Darüber hinaus bereitete die Logistik der Blankenburger Feuerwehr auch die Verpflegung der Einsatzkräfte vor. Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU), der selbst in der Feuerwehr aktiv ist, fuhr mit die Einsatzstellen an. An besonders neuralgischen Punkten seien dann gemeinsam die kurzfristig notwendigen Arbeiten zur Gefahrenabwehr besprochen worden. „So galt es Öltanks zu sichern, Keller auszupumpen, die teils bis unter die Decke vollgelaufen waren, unterspülte Straßen zu sperren und zu reinigen. Dafür kam auch eine Kehrmaschine des Bauhofs zum Einsatz“, erklärte Beck.

103 Kameraden in Blankenburg im Einsatz

Bei den 57 Unwettereinsätzen waren letztlich 103 Einsatzkräfte mit 21 Fahrzeugen in Blankenburg unterwegs, wo das Unwetter neben Wernigerode am stärksten gewütet hatte. Laut Thomas Welzel, der im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Niederschlagsmengen für Blankenburg in der Wetterstation an der Helsunger Straße erfasst, fielen in der Harzstadt am Samstag 49,1 Liter Regen pro Quadratmeter – davon 42,6 Liter innerhalb einer Stunde.

19 Pumpen gleichzeitig

Die Einsatzorte zogen sich von der Alten Halberstädter Straße über das Quartier zwischen Börnecker Straße, Mühlen- und Westerhäuser Straße bis nach Gehren und auch in die Altstadt. „Zu Spitzenzeiten waren 19 Pumpen gleichzeitig im Einsatz. Jede dieser Pumpen schafft zwischen 800 und 2000 Liter pro Minute“, so Alexander Beck. Kurioser Aspekt am Rande: Noch am Samstagvormittag waren auf Einladung von Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse Führungskräfte der Stadt- und Gemeindefeuerwehren des Landkreises zum neuen Unwetter-Modul der Rettungsleitstelle geschult worden. Damit konnte das Gelernte unverhofft nur wenige Minuten später bereits umgesetzt werden. „Schon jetzt lässt sich sagen, dass die Leitstelle Harz technisch auf höchstem Niveau operiert und den vor Ort handelnden Personen tolle Führungsmöglichkeiten an die Hand gibt“, urteilte Alexander Beck, der als Kreisvorsitzender des Feuerwehrverbandes Harz erst jüngst die Krankenkasse Barmer für ihre Vorschläge zur Reduzierung der Leitstellen im Land gerügt hatte.

Unfall, Brand und Hilfe im Impfzentrum

Das einsatzreiche Wochenende hatte für die Kameraden der Blankenburger Feuerwehr bereits am Freitagnachmittag, 4. Juni, begonnen, als sie um 14 Uhr zu einem Heckenbrand in den Siedlungsweg und um 15 Uhr zu einem Verkehrsunfall in die Waldfriedenstraße gerufen wurden. Parallel dazu sicherten sie am Freitag zwischen 14 und 20 Uhr sowie am Samstag von 9 bis 14 Uhr die Arbeit des Impfzentrums im Regensteinsweg ab. Eine besondere Herausforderung war zudem die Rettung einer schwer gestürzten Person aus einer Badewanne. Um 0.20 und 3 Uhr sorgten außerdem zwei ausgelöste Brandmeldeanlagen im „Haus Emmaus“ der Evangelischen Stiftung Neinstedt für eine kurze Sonntagnacht.

Feuerwehreinsatz am Samstag, 5. Juni, in der Börnecker Straße in Blankenburg. Dort waren mehrere Keller und Tiefgaragen voll gelaufen sowie angrenzende Straßen überflutet.
Feuerwehreinsatz am Samstag, 5. Juni, in der Börnecker Straße in Blankenburg. Dort waren mehrere Keller und Tiefgaragen voll gelaufen sowie angrenzende Straßen überflutet.
Foto: Jens Müller