Wernigerode l Die geplante Sanierung des Straßenpflasters in der Unterengengasse hat Oliver Kreß aufhorchen lassen. Aufmerksam hat der Wernige­röder, der Mitglied im FDP-Ortsverband ist, den Volksstimme-Beitrag „Schöner Wohnen in Wernigerode“ gelesen. Hier berichtet Baudezernent Burkhard Rudo unter anderen von der Sanierung des Fahrbahnpflasters in der Unterengengasse.

Oliver Kreß, der in der Großen Schenkstraße zu Hause ist und auch an einer mit Wackersteinen gepflasterten Straße wohnt, zieht einen Vergleich. „Ohne eine Neiddebatte lostreten zu wollen“, so der Volksstimmeleser, sehe er für eine Sanierung eine höhere Priorität in der Großen Schenkstraße als in der Unterengengasse. „Hier ist ein Begehen der Fahrbahn nur noch erschwert möglich. Und ein Befahren mit dem Fahrrad schon eine waghalsige Tour.“ Deshalb sei es aus seiner Sicht nicht zwingend notwendig, dass die Unterengengasse saniert wird und er fragt, auf welcher Beschlussgrundlage dort das Pflaster ausgebessert werde?

Die Sorgen von Oliver Kreß könne das Bauamt der Stadt durchaus nachvollziehen, so Dezernent Burkhard Rudo. Auch sei der Zustand dort bekannt. „Die Oberflächenqualität des in der Großen Schenkstraße verlegten Polygonalpflasters stellt sich tatsächlich als unbefriedigend dar.“ Es liege nun aber in der Natur der Sache, dass das in den 1990er Jahren eingebaute denkmalgerechte Polygonal- oder Raubrockenpflaster nicht allen Nutzern optimal erscheint, so Rudo weiter

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Probleme durch breite und tiefe Fugen

Probleme würden der Stadtverwaltung in der Großen Schenkstraße einerseits die Fugen bereiten. Diese sind wegen des unregelmäßigen Pflasters sehr breit und durch die intensive Straßenreinigung auch vertieft. Von Bauhofmitarbeitern werden sie „ein- bis zweimal jährlich neu verfugt“. Zum anderen würden zunehmend viele Pflastersteine durch Frost-Tausalz-Einwirkungen zerfallen. Laut Rudo sei eine Sanierung auf einem Teilabschnitt der abzweigenden Kleinen Schenkstraße bereits erfolgt. Weitere großflächige Instandsetzungen der Oberflächen scheitern derzeit in der Großen wie Kleinen Schenkstraße an den bevorstehenden Bauarbeiten in der Breiten Straße. „Hier besteht eine verkehrliche Abhängigkeit.“ Soll heißen, dass die Kopfsteinpflasterstraße zur Umfahrung des Bauabschnitts in der Breiten Straße benötigt wird. Der Baudezernent sicherte jedoch zu, dass mittelfristig eine denkmalgerechte Sanierungen geplant sei. Für die Umsetzung soll Fördergeld beantragt werden. Und noch in diesem Jahr sollen in der Großen Schenkstraße punktuelle Reparaturen erfolgen, „um eine Verkehrssicherheit bis zur umfangreichen Sanierung gewährleisten zu können“.

Die Arbeiten in der Unterengengasse hingegen sind bereits im Haushaltsplan 2019 festgeschrieben und sollen nach Freigabe des Etats durch die Kommunalaufsicht und Veröffentlichung starten.

Für die Sanierung im Kostenumfang von etwa 255.000 Euro, die ausschließlich die Fahrbahnoberfläche betrifft, stehe der Stadt Wernigerode Fördergeld in Höhe von 170.000 Euro zur Verfügung. Ein Beschluss sei nicht notwendig, so Burkhard Rudo.

Bereits in 1990ern wurde neu gepflastert

Weiter fügt der Baudezernent an, dass in der Wernigeröder Altstadt bereits Teilbereiche dort saniert wurden, wo ebenfalls in den 1990er Jahren gepflastert wurde, beispielsweise die Gehwege Burgstraße bis Büchtingenstraße. Nun folge die Unterengengasse, deren Oberflächenqualität der Fahrbahn wie auch der Nebenanlagen unbefriedigend sei. Deshalb sollen all die Mängel bei Fugenbreiten und -tiefen, die verschobenen und verdrehten Steinreihen des Granit-Kleinpflasters, die Frost-Tausalz-Schäden wie auch die Unebenheiten beseitigt werden. Letzteres führe oft durch Wasseransammlungen bei Regen zur Verschmutzung der Gebäudefassaden der Gebäude. Die Bordführungen sollen erhalten bleiben.

Auf die Priorität von Oliver Kreß entgegnet Rudo: „Während die Große Schenkstraße eine Anliegerstraße ist und auch bleiben soll, ist die Verkehrsbedeutung der Unterengengasse sowohl im Fußgänger- als auch im Fahrzeugverkehr deutlich größer.“