Wernigerode/Schierke l Zugeparkte Straßen und Waldwege, kilometerlange Staus und kein Durchkommen – droht Wernigerode und Schierke am Dreikönigstag, 6. Januar, ein erneutes Verkehrschaos? Darauf stellen sich zumindest Stadtverwaltung und Polizei ein.

Um Rettungswege freizuhalten, bleiben in Schierke Brockenstraße, Bahnhofstraße und Alte Wernigeröder Straße für das Parken weitestgehend gesperrt, informiert Petra Bothe auf Volksstimme-Anfrage. Wie die Rathaus-Sprecherin berichtet, gelte das ebenso für Nebenstraßen im Brockenort. Bei Gefahr einer kompletten Verstopfung der Stellplätze und Straßen sei erneut „mit einer Sperrung und entsprechender Abweisung zu rechnen“. Entsprechende Vorbereitungen seien getroffen worden.

Das bestätigt Uwe Becker. Der Sprecher des Polizeireviers Harz: „Wir sind darauf eingestellt, dass das erhöhte Verkehrsaufkommen bis zum Ende der Weihnachtsferien von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen am Wochenende anhalten wird.“ Nach dem Massenansturm von Tagesausflüglern auf den Oberharz am Sonnabend und Sonntag, 2. und 3. Januar, seien allerdings keine Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln eingeleitet worden.

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150 Knöllchen für Falschparker an einem Tag

Die Bilanz des Wernigeröder Ordnungsamtes: Allein am Sonnabend, 2. Januar, haben Politessen in Schierke 150 Verwarnungen an Falschparker erteilt. Allerdings konnten sie aufgrund der einbrechenden Dunkelheit bei ihren Kontrollrunden nicht den gesamten Brockenort abarbeiten. „Die Zahl der tatsächlich verkehrswidrig parkenden Fahrzeuge lag erheblich höher“, vermutet Petra Bothe von der Stadtverwaltung.

Insgesamt geht man im Rathaus von mehr als 4000 Besuchern am Wochenende in Schierke aus, die gut 700 Plätze im Parkhaus am Winterbergtor seien permanent komplett belegt gewesen. Weder im Brockenort noch einem anderen Wernigeröder Ortsteil seien Autos abgeschleppt worden, weil etwa Rettungswege oder Ausfahrten zugestellt waren.

Keine Zusatzparkplätze geplant

Restriktivere Schritte wolle die Stadtverwaltung zunächst nicht einleiten. Zusätzliche Parkplätze rund um die bunte Stadt am Harz sollen ebenfalls nicht geschaffen werden. Stattdessen appelliert die Rathaus-Sprecherin an die Vernunft aller, die der Wintereinbruch in die Harzer Berge lockt: Bereits in Wernigerode bildeten sich Staus, „gefolgt von einer nahezu aussichtslosen Parkplatzsuche vor Ort“.

Sie verweist zudem darauf, dass im Harz wegen der Corona-Pandemie Seilbahnen, Ski- und Rodellifte sowie Hotels, Gaststätten und Cafés geschlossen bleiben. „Für die Ausflügler gibt es in Schierke weder Einkehr- noch Aufwärmmöglichkeiten.“ Dazu seien öffentliche Toiletten im Ort Mangelware. „Dies sollte man schon vor der Abreise zu Hause berücksichtigen“, so Bothe weiter.

Besucher willkommen nach Corona-Krise

Der Harz freue sich wieder auf viele Besucher, sobald die Pandemie überstanden sei. Dazu rät auch Polizeisprecher Becker: „Man sollte sich sehr gut überlegen, ob man unter den gegenwärtigen Corona-Bedingungen touristische Ziele ansteuert.“

Hintergrund: Der Harzer Tourismusverband, Polizei und zahlreiche Harz-Kommunen hatten zum Jahreswechsel gebeten, auf Tagestouren in die Region zu verzichten - oder wenigstens Rücksicht walten zu lassen. Dieser Appell verpuffte weitestgehend: Blechlawinen verstopften wichtige Zufahrtsstraßen auch in Richtung Torfhaus, die Infrastruktur stieß an ihre Belastungsgrenzen.

Unterdessen fahren die Busse der Harzer Verkehrsbetriebe (HVB) seit Montagmorgen wieder auf allen Linien. Der Wintereinbruch mit starken Schneefällen und Glätte hatte dazu geführt, dass das Unternehmen den Verkehr am Sonntag teilweise einstellen musste. Im Netz gelte weiterhin der Ferienfahrplan, im Stadtverkehr Wernigerode der Pandemie-Sonderfahrplan mit Bussen im Stundentakt, heißt es seitens der HVB.