Wernigerode l Der Fund einer geköpften Zwergziege hat in Wernigerode großes Entsetzen ausgelöst. „Wir sind geschockt“, sagte ein Anwohner der Mettestraße am Dienstag. Er und seine Frau hätten erst am Morgen bei der Lektüre in der Volksstimme vom grausigen Fund des Ziegenkadavers auf der nahen Wiese erfahren. „Am Montag ist noch eine Gruppe Kinder nach oben zum Spielplatz gegangen“, berichtet der Wernigeröder. Er sei schlicht fassungslos, dass jemand zu solch einer Tat überhaupt fähig sei.

Auch am Tag nach dem Fund des enthaupteten Tieres rätseln die Ermittler der Polizei über die Hintergründe der Tat. Eine Anwohnerin hatte den Körper der weißen Zwergziege am Montagvormittag im Bereich des Kinderspielplatzes entdeckt. Er war nach Angaben von Polizeisprecher Uwe Becker dort auf einer Heuunterlage abgelegt. Besonders merkwürdig: Neben dem Kadaver steckte ein Küchenmesser – offenbar die Tatwaffe – im Erdboden. Das Messer werde nun hinsichtlich etwaiger Spuren und Fingerabdrücke kriminaltechnisch untersucht, so der Hauptkommissar.

Darüber hinaus tappen die Ermittler nach Beckers Worten bislang im Dunkeln. Der abgetrennte Kopf sei noch nicht gefunden worden. Zudem habe sich bisher auch noch kein Besitzer des Tieres gemeldet.

Entwarnung aus dem Wildpark

Entwarnung dagegen aus dem nahen Wildpark Christianental: „Unsere dort gehaltenen Tiere sind vollständig, wir vermissen kein Tier“, berichtete Stadtsprecher Tobias Kascha am Dienstag. Der Bestand werde jeden Morgen durchgezählt. Dieser Fakt sei zuvor schon Vertretern der Feuerwehr übermittelt worden. Den Wehrleuten war am Montag die Aufgabe zugefallen, den Tierkadaver zu bergen.

Dabei wäre um Haaresbreite tatsächlich noch eine Kinderschar aus der nahen Nöschenröder Tagesstätte Hummelhaus mit den schrecklichen Bildern konfrontiert worden. „Eine Gruppe wollte eigentlich hinauf zum Spielplatz“, so Stadtsprecher Kascha. Die Erzieher hätten glücklicherweise aber die Situation schnell erkannt, professionell reagiert und die Kinder von der Fundstelle abgeschirmt.

Zum Entsetzen und der Frage nach der Täterschaft kommt in Wernigerode die bange Frage hinzu, welche Motive den oder die Täter wohl geleitet haben. War es eine besonders brutale Form von Tierquälerei? Ging es womöglich um ein Ritual? Oder haben Kinder oder Jugendliche bei einer Mutprobe den Boden weit überspannt? Fragen, die zumindest vorerst offen bleiben.

Die Polizei bittet um Hinweise unter Telefon (0 39 43) 67 42 93.