Wernigerode l Wernigerode bekommt kein grünes Licht für eine Hexenampel. Das Landesverwaltungsamt hat ein für alle Mal Flugverbot für die Ampelhexen verhängt.

Das ist kein fauler Zauber und keine schwarze Magie. Die Behörde in Halle beruft sich nämlich auf die bundesweit geltende Straßenverkehrsordnung (StVO). In den Verwaltungsvorschriften für das Regelwerk ist festgelegt, dass Lichtzeichen für Fußgänger das „rote Sinnbild einen stehenden, das grüne einen schreitenden Fußgänger“ zeigen müssen.

Da es in letzter Zeit offenbar in etlichen Städten das Ansinnen gab, herkömmliche Ampelfiguren durch andere Symbole auszutauschen, hat sich im Januar sogar der Bund-Länder-Fachausschuss StVO damit beschäftigt. Die Regelung wurde aber nicht – wie von vielen Kommunen erhofft – weiter ausgelegt oder gar geändert. Nein, die Verkehrsexperten einigten sich auf die bereits geltende Regel. Deshalb könne für Wernigerode keine Ausnahme zugelassen werden, heißt es auf Volksstimme-Nachfrage von Gabriele Städter vom Landesverwaltungsamt.

Werbung für die Stadt?

Für die Hexenampeln in Wernigerode bedeutet das wohl das endgültige Aus. Die Idee kam von Andreas Vogt. Der Düsseldorfer fährt seit Jahren regelmäßig nach Wernigerode, um als Hexe verkleidet mit Gleichgesinnten Walpurgis zu feiern. Eine solche Ampel, beispielsweise an der Westerntorkreuzung, wäre eine tolle Werbung für die Stadt, so der Rheinländer.

Bereits vor einigen Jahren war Vogt mit seinem Vorschlag an die Stadtverwaltung herangetreten, erntete aber eine Absage, weil man im Rathaus durch die Hexenampel einen rechtswidrigen Eingriff in den Straßenverkehr befürchtete. Nachdem immer mehr Städte, darunter Erfurt, Mainz, Bremen, Worms, Friedberg, Trier und Duisburg, aufgepeppte Ampeln einweihten, wagte Vogt Ende 2018 einen erneuten Vorstoß. Und diesmal schien sich etwas zu bewegen. Nach reiflichen Überlegungen wurden mit der Stadtecke, der Westerntorkreuzung und vor der Feuerwehr gleich drei Standorte für die Hexenampel auserkoren und bei der Straßenverkehrsbehörde in Halberstadt beantragt. Die Kreisbehörde leitete das Anliegen zur Prüfung an das Landesverwaltungsamt weiter – mit bekanntem Ergebnis.

Nun herrscht Klarheit

Die Neuigkeiten haben Wernigerodes Stadtverwalter allerdings noch gar nicht offiziell erreicht: „Wenn dem so ist, müssen wir das natürlich akzeptieren“, sagt Rathaussprecher Tobias Kascha. „Die Ampel war eine nette Idee, die wir unterstützt hätten, wenn sie genehmigungsfähig gewesen wäre.“ Nun gebe es Klarheit.

Demo am Westerntor

Ideengeber Andreas Vogt will sich mit der Entscheidung des Landesverwaltungsamtes nicht so schnell abfinden. „Das ist erstaunlich, da es andere Städte ja auch hinbekommen“, so die Reaktion des Düsseldorfers. „Hier möchten sich die Technokraten und Bedenkenträger durchsetzen.“ Er werde keine Ruhe geben, bis die Ampel eines Tages nach Wernigerode komme. Für Walpurgis wolle er sich nun etwas überlegen. „Vielleicht demonstrieren wir am 30. April vor der Westerntor-Apotheke für die Hexenampel.“