Hasselfelde l Es war um 1833 im Westen der USA, als William und Charles Bent an einem der großen Besiedlungswege Richtung Südwesten, am Santa-Fe-Trail, eine Art Festung, ein Fort errichteten. Sie diente dem Schutz von Siedlern und Handel mit Indianern, hauptsächlich vom Stamme der Cheyenne im Gebiet des heutigen US-Staates Colorado an der Grenze zu New Mexico. Wie das heute noch als Museum genutzte Fort Bent innen und außen aussieht, können Harzer und Touristen bald bei Hasselfelde entdecken.

Dort lässt Westernstadteigentümer Wolfgang Hagenberger einen originalgetreuen Nachbau entstehen: Bent’s Old Fort. Die Seiten und der kräftige Wehrturm sind schon zu sehen. Es wird kein Fort aus Palisaden und Holzhäusern wie sonst im Wilden Westen oft üblich und wie auch der Vorgängerbau Fort William in der Harzer Westernstadt einer war. Das neue Fort wird aus Stein errichtet und soll 160 Gästebetten bekommen – als einfach gehaltene Unterkünfte für Gäste und Gästegruppen mit und ohne Pferd. Geplant sind auch geschützte Plätze für Treffs der Gäste, für ein Lagerfeuer, eventuell auch für Pferdeställe, informiert Westernfreund Hagenberger über das Großprojekt, das ihm sichtlich am Herzen liegt.

"Eigentlich wollten wir schon weiter sein, aber der Nachbau hat eben seine Tücken“, sagt der Bauherr. An der geplanten Bauzeit aber werde festgehalten: Zum Start in die kommende Saison, kurz vor Ostern 2019, soll Bent’s Old Fort seine Tore öffnen, zusammen mit den Toren der Westernstadt insgesamt. „Wir müssen schließlich wieder Geld verdienen, um die Bauten zu finanzieren“, sagt Hagenberger. Dafür ist er derzeit viel unterwegs. Denn gebaut wird außer am neuen Fort auch noch weiter an einer neuen Etage auf dem Bürotrakt der Westernstadt. Dort entstanden schon ein edler Konferenzraum nach Westernart, hat sich der Chef ein stilechtes neues Büro eingerichtet, entstehen außerdem Themen-Zimmer für Hotelgäste. Die Zimmer sollen Namen von Western-Legenden erhalten – Buffalo-Bill-Zimmer, Wyatt-Earp-Suite oder ähnlich.

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Fort kostet zwei Millionen Euro

Rund zwei Millionen Euro werden laut Hagenberger allein für das neue Fort investiert, um die Westernstadt im Reigen der großen Harzer Angebote für die Zukunft weiter attraktiv zu halten. Die Ausgangsbasis dafür gilt als gut.

Die Saison 2018, so schätzt Hagenberger ein, sei von seinem Team mit in Spitzenzeiten bis zu 140 Mitarbeitern gut gemeistert worden. Die Marke von rund 200.000 Besuchern sei in etwa erreicht. Derzeit locke das Weihnachtsangebot an den Wochenenden vor allem Familien in die Indoor-Spielwelt, werden Feste zum Jahreswechsel und das Schlittenhunderennen vorbereitet.

200.000 Gäste sollen auch 2019 wieder begrüßt werden. Mindestens. Denn nächstes Jahr gibt es für die Westernstädter ein Jubiläum zu feiern – die 20. Saison von Pullman City im Harz. „Es wird irgendwie ein ganzes Festjahr, mit besonderen Highlights nochmal im Juli“, kündigt Hagenberger vorsichtig an – und macht Druck, dass die Bauarbeiten am Büro- und Hoteltrakt sowie an Bent‘s Old Fort vorangehen: „Jeder Tag mit gutem Bauwetter muss jetzt genutzt werden.“