Schierke l Preisgekrönter Hingucker mit Dachschaden: Viel Freude hat die Stadt Wernigerode an der Dachkonstruktion der Schierker Feuerstein-Arena bisher nicht gehabt. Zwar heimst das geschwungene Oval einen Architektenpreis nach dem nächsten ein. Dafür ist es aber mit der Funktionalität der millionenteuren Überdachung nicht so gut bestellt.

Die ersten Mängel zeigten sich schon kurz nach der Eröffnung im Dezember 2017. In der Membran, die über das tonnenschwere Stahlkonstrukt gespannt ist, hatten sich Beulen gebildet. Kein schöner Anblick. Und es kam noch schlimmer: Mit der Zeit sammelte sich das Schmutzwasser in den Vertiefungen. Mit Spanngurten wurde deshalb zuletzt versucht, die PTFE-Kunststoff-Schicht von unten zu stabilisieren. Gelöst ist das Problem damit nicht.

In der Sitzung des Schierkes-Ausschusses nun der Hammer: Die Membran muss wieder runter. „Sie wird abgebaut und ausgetauscht“, so Bauamtsmitarbeiter Frank Beimel. Die Beulen seien aufgrund eines „Fabrikationsproblems der Membran“ entstanden, erläutert Rathaussprecherin Winnie Zagrodnik gegenüber der Volksstimme.

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Mehrere Varianten geprüft

Der Errichter habe verschiedene Varianten geprüft, um die „vertraglich geschuldete Gebrauchstauglichkeit“ der Membran herzustellen. Ob diese am Ende von Erfolg gekrönt sind, sei „nicht vollumfänglich“ abschätzbar gewesen.

Deshalb sei entschieden worden, die Membran neu zu spannen. Geplant ist die Aktion am Ende der nächsten Wintersaison. Laut Winnie Zagrodnik dauern die Arbeiten etwa sechs bis acht Wochen. „Zu den Kosten ist nichts bekannt, da es sich um Gewährleistungsarbeiten handelt“, so die Sprecherin weiter. Das heißt, der Errichter kommt selbst dafür auf.

Die Beulen sind nicht die einzige Macke der Arena. Bei starkem Schneefall wird das Dach zum Sicherheitsrisiko für die Besucher. Von einigen Stellen des geschwungenen Daches rutscht immer mal wieder Schnee herunter.

Bisher sind durch die Dachlawinen nur Sachschäden zu beklagen, Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Die Stadtverwaltung als Betreiber der Freizeitstätte reagierte vorerst mit Sperrungen. Parallel dazu beschäftigte man sich im Rathaus mit einer Beseitigung der Gefahrenquelle. Und das zog sich.

Inzwischen gibt es erste Ergebnisse. Die Planer hätten einen „technischen Schneefang mit beheizten Rundrohren“, entworfen, informiert Winnie Zagrodnik. Mit einem Leistungsverzeichnis sei der Errichter des Daches zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert worden.

Wer bezahlt Schneefang?

„Das Angebot liegt dem Planer nun zur Prüfung und zum Vergabevorschlag vor.“ Wer den Schneefang letztendlich bezahlen muss, werde laut Winnie Zagrodnik juristisch geprüft.

Alle weiteren Restarbeiten an der Feuerstein-Arena seien nun abgeschlossen, heißt es aus dem Wernigeröder Rathaus. Zu den Gesamtkosten für die Arena könnten aber noch keine Angaben gemacht werden. „Die Abrechnung kann erst nach Fertigstellung aller Leistungen und aufgestellter Schlussrechnung erfolgen“, so die Sprecherin. „Das wird voraussichtlich Ende 2020 möglich sein.“ Bislang wurden Baukosten von knapp neun Millionen Euro bei einer Landesförderung von 4,9 Millionen Euro kommuniziert.