Ilsenburg l Die Nachteile uneinschränkter Reisemöglichkeiten hatten am Wochenende die Rettungskräfte in verschiedenen Orten des Harzes vor Augen. Die Straßen rund um touristische Hotspots waren fast überall hoffnungslos zugeparkt - vor allem zum Leidwesen der Feuerwehren. Auch in Ilsenburg ging zum Teil nichts mehr.

Ilsenburgs Ortswehrleiter Fabian Gaede genoss mit seiner Frau am Pfingstmontag gerade ein wenig die Frühlingssonne, als er auf eine Information in den sozialen Medien aufmerksam wurde. Facebook-Mitglieder hatten festgestellt, dass vor allem rund um das Alten- und Pflegeheim „Haus Abendsegen“ die Straßen so vollgeparkt waren, dass die Feuerwehr im Notfall nicht durchgekommen wäre.

Ärger über Falschparker

Das wollte sich der Wehrleiter selbst ansehen und fuhr - zunächst in Zivil - vor Ort und glaubte seinen Augen nicht zu trauen. „Die Autos standen dicht an dicht am Straßenrand. Und obwohl sie weit rechts parkten, blieb aufgrund der Straßenenge keine Chance, dass ein Löschfahrzeug dort hätte durchfahren können“, sagte Fabian Gaede und alarmierte zum Beweis seiner Aussage einen Kameraden und ein Tankfahrzeug, um das Gesehene zu bestätigen und zu dokumentierten.

Bilder

Das Ergebnis war eindeutig: „Kamen die Kameraden die Buchbergstraße und die Punierstraße gerade noch mit viel Geschick und fahrerischem Können an der Autoschlange vorbei, so war dann in der Wiesenstraße Endstation. Im Ernstfall wäre hier kein Durchkommen gewesen und es wäre wertvolle Zeit bei einem Einsatz verloren gegangen“, so der Ortswehrleiter auf Volksstimme-Nachfrage. Kaum standen die großen roten Autos in der Straße, kamen Anwohner der Wiesenstraße aus ihren Häusern und äußerten ihren Unmut über die Situation und das ihrer Meinung nach Nichtreagieren der Stadtverwaltung bei solchen Problemen. Laut Anwohner sei das Zuparken auch der schmalsten Straßenbereiche bei schönem Wetter fast alltäglich.

Kontrollen

Fabian Gaede appelliert deshalb noch einmal an alle Verkehrsteilnehmer, die Fahrzeuge nicht überall gedankenlos abzustellen, sondern sich auch vor Augen zu führen, dass ein Löschfahrzeug so um die 2,50 Meter breit ist und deshalb eine bestimmte Durchfahrtsbreite benötigt und diese auch mindestens zur Verfügung stehen sollten. Die Straßenverkehrsordnung treffe dazu eindeutige Aussagen.

Stadtverwaltung will reagieren

Zum Glück ist am Montag in Ilsenburg nichts passiert. Die Kameraden der Blankenburger Wehr, die am Großvaterweg mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatten, standen vor ganz anderen Herausforderungen.

Verwarngelder

Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke (CDU) reagierte  auf die Vorwürfe und die Ereignisse. „Wir haben den Ansturm erwartet und durch das Ordnungsamt die Zufahrt zum Ilsetal kontrolliert und viele Besucher gebeten, die innerstädtischen Parkplätze an den Einkaufsmärkten zu nutzen. Zusätzlich wurden aber auch sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag zahlreiche Falschparker notiert. Deren Fahrzeughalter werden in Kürze Post mit der Androhung eines Verwarngeldes erhalten. So ein Chaos wie am Wochenende ist nicht hinnehmbar“, so der Stadtchef gegenüber der Volksstimme.