Wernigerode l Rekordjahr für den Tourismusstandort Wernigerode: Die gewerblichen Übernachtungen sind 2018 auf über 970.000 gestiegen. Im Vergleich zu 2017 ist das eine Steigerung um acht Prozent. Zusammen mit privaten Unterkünften in Ferienhäusern, Ferienwohnungen sowie Wohnmobilstellplätzen liegt die Zahl sogar bei über 1,3 Millionen. Für Schierke fällt die Steigerung im gewerblichen Bereich mit knapp 18 Prozent noch deutlicher aus. In dem Wernigeröder Ortsteil wurden 224.000 Übernachtungen registriert. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 2,7 Tage.

Die meisten Übernachtungsgäste kommen aus Berlin und Brandenburg (17 Prozent). Es folgen Sachsen-Anhalt (14 Prozent), Niedersachsen (13 Prozent), Nordrhein-Westfalen (zwölf Prozent) und Sachsen (elf Prozent). Der Anteil an ausländischen Übernachtungsgästen liegt bei vier Prozent. Besonders beliebt ist Wernigerode bei den Niederländern (25 Prozent) und den Dänen (21 Prozent), gefolgt von Großbritannien (neun Prozent), der Schweiz (sechs Prozent) und Österreich (fünf Prozent).

„Für uns ist das ein besonderer Tag“, so Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) im Pressegespräch am Dienstag. „Wir präsentieren die besten Tourismuszahlen, die wir jemals hatten.“ 2006, im Jahr der Landesgartenschau, habe der Aufstieg begonnen. „Und seither ist es Wernigerode gelungen, den Aufwärtstrend beizubehalten.“

Kein Sommereinbruch mehr im Harz

2018 sei für die Stadt ein „bedeutsames Tourismusjahr“ mit „überdurchschnittlichem Wachstum“, gewesen, zeigt sich auch Erdmute Clemens, Chefin der Tourismus GmbH (WTG), begeistert. In Wernigerode sei eigentlich immer Saison – außer im November. „Vor einigen Jahren noch gab es im Sommer regelmäßig einen Einbruch“, so die Touristikerin. Das habe sich aber verändert. „Es hat sich gezeigt, dass viele Familien nicht mehr ins Ausland fahren, sondern ihren Urlaub lieber im Harz verbringen.“

Grund für den Anstieg bei den Übernachtungen ist die parallel stetig wachsende Anzahl von Gästebetten. So wurde Ende 2017 in Schierke ein Feriendorf mit fast 200 Betten eröffnet. Auch in Wernigerode gebe es „permanente Zuwächse“ bei den Ferienwohnungen.

4500 Wernigeröder leben vom Tourismus

Etwa 4500 Menschen leben direkt oder indirekt vom Tourismus. „Das heißt, ein Viertel aller Arbeitsplätze in der Stadt wird aus dem Tourismus finanziert“, so Peter Gaffert. Die Branche sei für die Stadt nicht aber nur „ein zusätzliches Beschäftigungsfeld, sondern ein wichtiger Faktor für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung“, sagt der OB. Er sei optimistisch, dass „wir auch dieses Jahr erfolgreich sind und unseren Spitzenplatz halten können“.

Allein mit Quantität sei es allerdings nicht getan. Gaffert fordert eine Qualitätsoffensive bei den Übernachtungsmöglichkeiten und in der Gastronomie. Die größte Herausforderung für die kommenden Jahre sei es, „ausreichend Fachkräfte im Gastgewerbe zu finden, wenn das Wachstum so anhält“, so das Stadtoberhaupt.