Erste Bilanz

Verhaltener Start für das Handyparken

Nur 97 Nutzer haben sich bislang für das Handyparken in Wernigerode registrieren lassen.

Von Ivonne Sielaff

Wernigerode l 97 Registrierungen und gut 180 Nutzer monatlich – Ordnungsamtschef Gerald Fröhlich zieht eine ernüchternde Bilanz. Seit gut einem viertel Jahr können Autofahrer ihre Parkgebühren in Wernigerode bargeldlos mit dem Handy entrichten. Die Stadt bietet den Service parallel zum herkömmlichen Parkschein an und steht damit in einer Reihe mit Magdeburg, Goslar, Braunlage und vielen anderen Städten.

Während der Service beispielsweise in Magdeburg der große Renner ist, reagierten die Autofahrer in Wernigerode bisher eher zurückhaltend. „Wahrscheinlich ist bei vielen noch nicht angekommen, dass es den Handyservice gibt“, vermutet Gerald Fröhlich. „Wir befinden uns noch in der Anlaufphase.“ Ein weiterer Grund für das eher geringe Interesse könne sein, dass in Wernigerode der komfortablere SMS-Service noch nicht angeboten wird. Es habe technische Probleme beim Service-Anbieter gegeben, so der Amtschef.

Nutzer müssen stattdessen eine spezielle App des Service-Anbieters auf ihr Handy laden. Danach können sie Autokennzeichen, Parkzone und die gewünschte Parkdauer eingeben und die Bezahlung anweisen. Die Gebühren werden über die Handyrechnung abgebucht. Ist die Parkdauer abgelaufen, wird der Nutzer per Kurzmitteilung informiert und kann nachzahlen. „Das Runterladen der App ist sicherlich für einige ein Hindernis“, mutmaßt Fröhlich. „Vielleicht gibt es noch offene Fragen bei der Handhabung.“ Der Ordnungsamtsleiter rechnet damit, dass die SMS-Variante in den nächsten Monaten an den Start gehen kann.

Hintergrund: Gut fünf Jahre sind seit der ersten Idee vergangen. 2010 hatte Initiator André Weber erstmals vom Handyparken gehört. Danach beschäftigte sich der CDU-Stadtratsabgeordnete intensiv mit dem Thema, recherchierte und holte Angebote von Serviceunternehmen ein. Der Stadtrat gab Ende 2013 grünes Licht für seinen Vorschlag. Das Serviceunternehmen Sunhill erhielt schließlich den Zuschlag. Inzwischen sind 26 Parkautomaten in der Stadt mit Aufklebern versehen, die über Handhabung des Handyparkens informieren. Die Politessen sind mit internetfähigen Erfassungsgeräten ausgestattet, um neben den herkömmlichen auch die virtuellen Parkscheine zu kontrollieren.

Trotz des verhaltenen Starts geht Ordnungsamtschef Gerald Fröhlich davon aus, dass sich das Handyparken in Wernigerode etabliert. „Es gibt keine grundlegende Ablehnung. Neues muss sich eben erst durchsetzen.“ Er sei nun auf die Zahlen des besucherstarken Dezembers gespannt. Die Auswertung für den vergangenen Monat erfolge in den nächsten Tagen.