Wernigerode l 502.439 Euro Parkgebühren sind im vergangenen Jahr ins Wernigeröder Stadtsäckel geflossen. Dank der Parksünder kamen noch einmal 249.487 Euro Verwarn- und Bußgelder dazu. Unrühmlicher Spitzenreiter ist ein Autofahrer, der in den letzten zwölf Monaten 46 Mal beim Falschparken erwischt wurde.

1991 Parksünder ließen sich im absoluten, 434 im eingeschränkten Haltverbot, 3169 im Parkverbot von den Politessen erwischen. 1697 Autofahrer mussten für ein fehlendes Parkticket zahlen. 1617 Fahrer hatten die Parkdauer auf ihrem Ticket überschritten. 41 Mal wurden Feuerwehrzufahrten, 195 Mal Behinderten-Parkplätze und 700 Mal Anwohnerstellflächen zugeparkt. Insgesamt 195 Autos mussten im vergangenen Jahr abgeschleppt werden.

Auffällig oft gingen Falschparker den Politessen in der Marktstraße und am Teichdamm ins Netz. „Das ist ein Schwerpunkt“, sagt Ordnungsamtschef Gerald Fröhlich im Volksstimme-Gespräch. Auch am Kohlmarkt, der für Anwohner reserviert ist, sowie in der Steingrube würden häufig Knöllchen verteilt werden.

47.000 Euro weniger

Dennoch landeten gut 47.000 Euro weniger als 2015 in der Stadtkasse. Aber nicht etwa, weil sich mehr Autofahrer beim Parken an die Verkehrsregeln gehalten haben. „Wir hatten mehrere krankheitsbedingte personelle Probleme“, begründet Gerald Fröhlich. „Das hat sich in den Gesamtzahlen bemerkbar macht.“

Vier Politessen sind momentan für Wernigerode und die Ortsteile im Einsatz. Und die Damen bekommen Verstärkung. „Wir haben drei weitere Stellen ausgeschrieben“, informiert der Ordnungsamtschef. Mehr als 100 Bewerbungen seien eingegangen. Das Auswahlverfahren laufe noch.

Schon jetzt steht fest, dass sich die Ordnungsamtsmitarbeiterinnen auf geänderte Arbeitszeiten einstellen müssen. „Wir führen gerade Gespräche mit dem Personalrat“, so Fröhlich. Dabei geht es unter anderem um Einsätze am Wochenende. Der Grund: Voraussichtlich am 1. April tritt die neue Parkgebührensatzung in Kraft. Danach ist das Parken an Sonn- und Feiertagen ebenfalls gebührenpflichtig. „Um das durchzusetzen, werden wir verstärkt an den Wochenenden kontrollieren müssen. Das wird ein spannendes Jahr.“

Dafür können sich die Politessen und alle anderen Außendienstler des Wernigeröder Ordnungsamtes auf neue Arbeitskleidung freuen. „Die alt bekannten weit geschnittenen Westen gehören bald der Vergangenheit an“, so Gerald Fröhlich. Sie seien nicht mehr zeitgemäß. Die neuen Outfits in Dunkelblau, Hellblau und Weiß seien optisch an die Uniformen der Polizei angelehnt.

Auch etliche Raser wurden im vergangenen Jahr zur Kasse gebeten. 5252 Mal machte der städtische Blitzer Klick. 108 662 Euro an Verwarn- und Bußgeldern wurden fällig. Ein Autofahrer hatte es besonders eilig. Bei erlaubten 50 Kilometern pro Stunde war er mit 98 km/h unterwegs.