Stadt Oberharz/Ballenstedt l Schock und Entsetzen im Harz und insbesondere in der Stadt Oberharz am Brocken: Binnen weniger Tage haben vier Menschen bei schweren Verkehrsunfällen ihr Leben verloren. Besonders tragisch: Drei von ihnen starben ohne eigenes Zutun.

So eine 71 Jahre alte Frau, die am Dienstagmittag zwischen der Rappbodetalsperre und Rübeland verunglückt ist. Laut Polizei war die Frau als Beifahrerin in einem Passat unterwegs. Der von einem 73 Jahre alten Mann gelenkte Wagen kam laut Polizei etwa einen Kilometer vor dem Ortseingang von Rübeland nach einem Überholmanöver nach rechts von der Fahrbahn ab, prallte gegen zwei Bäume und überschlug sich.

Warum der 73-Jährige, der schwer verletzt in eine Klinik geflogen wurde, von der Straße abkam, ist laut Polizei noch unklar. Die 71-Jährige starb noch an der Unfallstelle. Nach Polizeiangaben stammen die beiden aus dem Kreis Gießen in Hessen.

Kradfahrer stammte aus Nordhausen

Geklärt sind auch die Identitäten der Beteiligten an der tödlichen Kollision auf der B 81 zwischen Hasselfelde und Netzkater, die sich ebenfalls am Dienstag ereignet hat. Laut Polizei handelt es sich bei dem tödlich verletzten Kradfahrer um einen 29-Jährigen aus Nordhausen. Er war gegen 16.30 Uhr mit einer Honda auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal mit dem Hyundai einer 33-Jährigen aus Hasselfelde kollidiert. Die Frau erlitt leichte Verletzungen.

Die B 81 war im Zuge der Unfallaufnahme vier Stunden voll gesperrt, zum Einsatz kam auch ein Hubschrauber, um die Unfallstelle zu dokumentieren. Mit diesem Crash ist die Zahl der Unfalltoten in diesem Jahr im Harzkreis bereits auf neun gestiegen. Im Jahr 2017 gab es insgesamt sechs Tote. Die Polizei sieht - abgesehen von Kontrollen - wenig Möglichkeiten, diesen fatalen Trand zu begegnen. Es sei hier auch Schicksal und Glück mit im Spiel, so Revierleiter Marco Zeuner jüngst bei der Vorstellung der Unfallstatistik für das Jahr 2017 und mit Blick auf die Zahl tödlicher Unfälle. 

Zwei Tote - Fahrer unter Drogen

Zuletzt hatte ein Crash mit zwei Toten im Harzkreis für großes Entsetzen gesorgt. Am 20. April war ein 24-jähriger Audifahrer aus Ballenstedt laut Polizei auf der B 185 bei Ermsleben auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal mit einem entgegenkommenden Wagen kollidiert. Zwei Frauen in dem Seat – 58 und 69 Jahre alt – starben noch an der Unfallstelle. Der 24-Jährige besaß keine Fahrerlaubnis und stand laut Staatsanwaltschaft unter Drogeneinfluss. Obendrein war der Audi weder zugelassen noch versichert. Die Kennzeichen waren manipuliert. Der 24-Jährige überlebte schwer verletzt und wird nach Informationen der Volksstimme intensivmedizinisch behandelt.

Besonders tragisch: Der 24-Jährige war erst im Februar wegen Drogenhandels in 64 Fällen, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Er soll seine Strafe nach dem jetzigen Stand am 22. Mai antreten - in der geschlossenen Entzugsklinik in Bernburg.