Wernigerode l Die Beschwerden über Wildschweine, die auf der Suche nach Futter Grundstücke in Wernigerode verwüsten, reißen nicht ab. Immer wieder schlagen Bürger Alarm, melden sich im Ordnungsamt der Stadt und in der Redaktion der Volksstimme.

Rolf Rabe hat zwei Attacken der Borstentiere erlebt. „Es besteht Gefahr für Leib und Leben, muss erst etwas passieren?“, fragt der Wernigeröder, der einen Garten in der Straße An den Wüstenteichen besitzt und in einem Haus mit Garten in der Hohen Warte wohnt. Beide Grundstücke hätten die Schwarzkittel heimgesucht sowie benachbarte Gärten in beiden Straßen. Seine Gärten seien ordentlich eingezäunt und gesichert, versichert der Wernigeröder. Schwere Eisenstangen habe er nun in den Zaun eingearbeitet, um das Schwarzwild von seinen Raubzügen durch die Gartenbeete fernzuhalten.

Schweine auf der Straße

Die Nachbarschaft in Hasserode sei alarmiert. „Vor etwa drei Wochen wurde eine ältere Anwohnerin am Tage von einem Wildschwein auf ihrem Grundstück umgelaufen“, berichtet Rabe. „Am Dienstag, 11. Juli, liefen gegen 22.30 Uhr vier Schweine über die Hohe Warte.“ Es sei nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn Mensch und Bache aufeinander treffen.

Bilder

Beim Ordnungsamt habe man Verständnis für die Situation der betroffenen Hasseröder gezeigt, sagt er. Karin Gerlach hatte in dieser Hinsicht zuletzt zumindest nicht so eine gute Erfahrung. „Bei uns im Nesseltal waren die Wildschweine schon zum dritten Mal auf dem 1300 Quadratmeter großen Grundstück.“ Zuletzt in einer Nacht sogar zweimal, „erst um 1 Uhr und dann um 4.30 Uhr“, berichtet die Wernigeröderin. Ihr Mann hatte sich auf die Lauer gelegt, um die „Biester“ beobachten können. Die Verwüstungen der schönen Blumenrabatten seien kaum zu ertragen, hadert Karin Gerlach. Sie und ihr Mann sowie die Familie des Sohnes haben deshalb sogar Wildschein-Abwehrpellets im Internet bestellt. „Leider warten wir noch darauf.“

Finanzielle Schäden

Die Hasseröderin hoffe sehr, dass die Stadtverwaltung etwas unternimmt, beispielsweise Jäger bezahlt, die die „Allesfresser“ töten. Rolf Rabe regt an, Lebendfallen einzusetzen, um die Schweine zu fangen und zu erschießen. Dies sei in den 1970er und 1980er Jahren gängige Praxis gewesen – er erinnere sich noch daran, wie im Nesseltal auf diese Weise die Zahl der Borstentiere dezimiert wurde.

Außerdem möchten beide wissen: „Wer bezahlt beziehungsweise übernimmt den finanziellen Schaden durch diesen Wildschweinvandalismus, die Stadt?“ Wie die Volksstimme berichtete, müssen in Wohngebieten die Grundstückseigentümer für die Wildschweinschäden selbst aufkommen. Die Stadtverwaltung lässt weiter jagen, außerhalb der Wohngebiete, und hat Mitarbeiter des Landesforstes einbezogen.