Blankenburg l Er ist einer der Sieger der jüngsten Kommunalwahlen in Blankenburg: Johannes Spiegel. Der Regionaldiakon der Evangelischen Propstei Bad Harzburg, der aufs Engste mit dem Blankenburger Georgenhof und dem dortigen Jugendzentrum verbunden ist, hatte am 26. Mai für die kleine Gruppe der Partei Bündnis 90/Die Grünen ein zweites Mandat für den Stadtrat und einen Sitz im Kreistag errungen.

„Ein Votum mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte und für das ich mich bei den Wählerinnen und Wählern herzlich bedanken möchte“, erklärte Johannes Spiegel, der von dem Ergebnis im Ausland überrascht wurde. Nun, nach seiner Rückkehr, hat er sich ausführlich zu seinem Ergebnis und den damit verbundenen Problemen geäußert: „Das große mir entgegengebrachte Vertrauen stellt mich nun vor eine schwierige Entscheidung. Aufgrund meiner sonstigen beruflichen Belastung werde ich nicht in beiden Gremien mit gleichem Engagement arbeiten können. Daraus habe ich die Konsequenz gezogen und werde lediglich das Kreistagsmandat annehmen“, kündigte Spiegel gegenüber der Volksstimme an.

Abwägung

Vor dieser Entscheidung habe er genau abgewogen. Zum einen sei sein wichtigster Schwerpunkt die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Blankenburg. „Die wichtigsten kommunalpolitischen Diskussionen und Weichenstellungen erfolgen aber im Landkreis und dem Jugendhilfeausschuss des Kreistages. Auch für die jungen Leute in der Stadt Blankenburg erscheint es mir zweckmäßig, meine fachliche Kompetenz im Kreistag einzubringen“, so Spiegel. „Das in mich gesetzte Vertrauen kann ich dort wirkungsvoller vertreten“, ist er überzeugt. Zum Zweiten hätten die Wahlen vom 26. Mai gezeigt, dass die gerade von Jugendlichen getragene Diskussion um Umwelt- und Klimaschutz ein ganz neues Gewicht bekommen haben. Gerade deshalb sei es notwendig, im Kreistag weiterführend zu arbeiten, um berechtigte Erwartungen zu erfüllen. „Als Fingerzeig, mich für den Kreistag zu entscheiden, habe ich auch gewertet, dass ich für den Kreistag fast doppelt so viele Stimmen erhalten habe, wie für den Stadtrat“, so Johannes Spiegel weiter.

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Für die Arbeit im Blankenburger Stadtrat wird nun der Diplom-Geophysiker Claus Urban (Jahrgang 1965) aus Derenburg auf das Mandat von Spiegel nachrücken. „Das Vertrauen in sein Engagement hat mir meine Entscheidung erleichtert“, so der Diakon, der in seiner persönlichen Erklärung eine weitere wichtige Ankündigung machte: „Gemeinsam haben wir die Entscheidung getroffen, mit der CDU, der FDP und einigen Einzelkandidaten im Blankenburger Stadtrat eine gemeinsame Fraktion zu bilden, sofern die Partner eine substanzielle Vereinbarung für ihre Arbeit im Stadtrat abschließen.“ Dazu gehöre ein deutliches Zeichen in den Bereichen Jugendarbeit sowie Umwelt- und Klimaschutz.

Rückkopplung

„Ich bin überzeugt, es liegt im Interesse aller Kommunalpolitiker, diese Bereiche in den nächsten Jahren viel genauer in den Blick zu nehmen. Durch Zusammenarbeit mit den Vertretern von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat wird es gerade in diesem Punkt eine effektive Rückkopplung zwischen Landkreis und Stadt geben“, ist Johannes Spiegel optimistisch.