Wernigerode

Warten auf die Steine: Wann die Breite Straße endlich ein neues Pflaster bekommt

Wo bleibt das Pflaster? In der unteren Breiten Straße in Wernigerode geht es nicht voran. Die Arbeiten waren für Juni/Juli vorgesehen. Der Stadtverwaltung sind die Hände gebunden. Der Grund: Es gibt Lieferschwierigkeiten.

Von Ivonne Sielaff
Die provisorische Asphaltdecke in Wernigerodes unterer Breiten Straße erfüllt zwar ihren Zweck, schön anzusehen ist sie allerdings nicht. Deshalb soll die Fahrbahn gepflastert werden. Die Arbeiten lassen aber auf sich warten.
Die provisorische Asphaltdecke in Wernigerodes unterer Breiten Straße erfüllt zwar ihren Zweck, schön anzusehen ist sie allerdings nicht. Deshalb soll die Fahrbahn gepflastert werden. Die Arbeiten lassen aber auf sich warten. Foto: Ivonne Sielaff

Wernigerode - Die Fußwege in der unteren Breiten Straße sind schick gepflastert, die Bordsteine sauber verlegt. Im Untergrund liegen neue Ver- und Entsorgungsleitungen. Nur auf der Fahrbahn der „Touristen-Einflugschneise“ fehlt noch die neue Pflasterung. Dort liegt nach wie vor eine Asphaltdecke.

Der Straßenabschnitt zwischen Ringstraße und Stadtecke wurde in den vergangenen vier Jahren schrittweise grundhaft ausgebaut, die Straße danach mit einer Asphaltdecke verschlossen. Einer provisorischen Decke, die nach Abschluss aller Straßenarbeitenarbeiten in einem Rutsch durch Pflastersteine ersetzt werden sollte. Geplant war die Verlegung der Steine für dieses Jahr. Doch bislang ist nichts passiert. Viele Passanten, Autofahrer und Händler fragen sich deshalb, warum die Stadt für die geplanten Arbeiten nicht die Phase genutzt hat, in der die Geschäfte wegen Corona schließen mussten. Und warum nach wie vor nicht gebaut wird. Schließlich ist schon Juni.

„So lange die Steine nicht auf dem Hof liegen, fangen wir nicht an“, sagt Stadtentwicklungsdezernent Immo Kramer auf Volksstimme-Nachfrage.

Naturstein aus Fernost

Und genau das ist das Problem. Im Wernigeröder Rathaus wartet man immer noch auf die Lieferung des Baumaterials. Die Bauleistung sei im Frühjahr beauftragt worden – nach der Bestätigung des städtischen Haushalts durch die Kommunalaufsicht, so Kramer. Die Baufirma habe daraufhin die Steine bestellt. Doch da hakt es. „In der Bauwirtschaft gibt es mittlerweile Probleme bei der Lieferung von Material und Baustoffen“, so Kramer. Bei dem in der unteren Breiten Straße verwendeten Naturstein handele es sich um Diabas. „Aufgrund der Pandemie sowie der Kapazitätsprobleme bei der Containerbereitstellung kam es zu Verzögerungen.“ Denn die Steine kommen nicht von um die Ecke, sondern aus China – müssen also aus Übersee verschifft werden.

Die Bauarbeiten waren laut Immo Kramer eigentlich für Juni/Juli vorgesehen. Der Termin ist aber nun nicht mehr zu halten. Nach aktuellen Informationen des Auftragnehmers sollen die Steine nun voraussichtlich in der 36. Kalenderwoche – also Anfang September – geliefert werden. „Dieser Liefertermin ist unter Vorbehalt“, so Baudezernent Kramer. Man sei von der Entwicklung der Seefrachten abhängig. „Aber wir setzen aufs Prinzip Hoffnung.“ Sollten sich der Termin bestätigen, könnten die Arbeiten im Spätsommer beginnen.

Abstimmung mit Händlern

Theoretisch. Denn da sind auch noch die Händler in der unteren Breiten Straße, deren Geschäfte durch die anstehenden Arbeiten wieder massiv beeinträchtigt würden. Deshalb will die Stadtverwaltung sie mit einbeziehen. „Wenn die Steine da sind, sprechen stimmen wir uns mit den Einzelhändlern darüber ab, wann der beste Zeitpunkt für die Arbeiten ist“, sagt Immo Kramer. „Und wenn das aus Sicht der Händler das nächste Frühjahr ist, müssen wir so flexibel sein und das mit der Baufirma eintakten.“

Die Pflasterung der unteren Breiten Straße soll in zwei Bauabschnitten erfolgen. Begonnen werden soll zwischen Johannisstraße und Grüner Straße. Danach folgt der zweite Abschnitt bis zur Stadtecke. Indem jeweils ein Straßenabschnitt offengehalten werde, sei die Belieferung der Geschäfte weiter möglich, so Kramer. Die Gehwege seien fertig gestellt, so dass Kunden die Geschäfte ungehindert erreichen könnten. Kramer geht davon aus, dass die Einschränkungen für Händler und Anwohner geringer ausfallen werden als in den Bauphasen davor. Insgesamt etwa vier Monate sind für das Verlegen der Pflastersteine eingeplant – vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

Eine gute Nachricht hat der Baudezernent noch. „Die Kosten belaufen sich auf 710.000 Euro“, so Kramer. „Dies entspricht der ursprünglichen Kostenschätzung und liegt vollständig im geplanten Budget.“

Wenn die Straßenarbeiten in der unteren Breiten Straße endlich starten, ist wieder mit Einschränkungen für Autofahrer und Händler zu rechnen.
Wenn die Straßenarbeiten in der unteren Breiten Straße endlich starten, ist wieder mit Einschränkungen für Autofahrer und Händler zu rechnen.
Archivfoto: Ivonne Sielaff