Wernigerode l Die Sanierung der Francke-Grundschule in Hasserode ist seit Jahren fällig. 250.000 Euro sind deshalb für die Planung der Arbeiten in den 2019er Haushalt der Stadt Wernigerode eingestellt – damit es endlich vorangeht. Peter Gaffert (parteilos) möchte dieses Geld nun streichen. Die Sanierung soll dadurch aber nicht ins Wasser fallen. Der Oberbürgermeister – gleichzeitig Aufsichtsratschef der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft (GWW) - will das städtische Wohnungsunternehmen für die Sanierung gewinnen.

„Wir versprechen uns davon den taktischen Vorteil der Zeit und eine höhere Kostengenauigkeit“, erläuterte Sozialdezernent Christian Fischer in der Sitzung des Kulturausschusses. Die Bauarbeiten wurden bislang auf etwa 5 Millionen Euro veranschlagt. Dazu kommt eine weitere Million für die Sanierung der Turnhalle. Eine Ausgabe, die den defizitären städtischen Haushalt erst einmal nicht weiter belastet, sollte die GWW einspringen.

Schulneubau als Alternative

In der Dezembersitzung will Gaffert dem Aufsichtsrat seinen Vorschlag unterbreiten. „Die GWW soll einen Prüfauftrag für die Komplettsanierung bekommen“, so Fischer weiter. Gleichzeitig soll ausgelotet werden, ob ein Ersatzneubau eine Alternative wäre. Ein Neubau hätte durchaus Vorteile, so der Dezernent. So würde sich die Stadt unter anderem das Geld für die Anmietung eines Containers sparen, in dem die Grundschüler während der Bauarbeiten unterrichtet werden – laut Fischer ein höherer sechsstelliger Betrag. „Wir wollen den Kindern keinen Unterricht auf der Baustelle zumuten.“

Bedenken äußerte Cary Barner (CDU). „Die Sanierung ist mehr als notwendig.“ Sie halte es aber für übereilt, das Geld aus dem Haushalt zu streichen, ohne zu wissen, wie der Aufsichtsrat entscheidet. Die avisierte Lösung sei „alternativlos“, argumentierte Christian Fischer. „Wir sind den Eltern eine schnelle, sichere Variante schuldig. Und bei den Haushaltsjahren, die uns erwarten, ist das die sicherste Lösung.“

Hintergrund: Die Stadt Wernigerode hatte die Grundschule vor Jahren für eine Sanierung im Rahmen des Förderprogramms „Stark III“ angemeldet. Nach einer Absage vom Land wurde ein neuer Antrag gestellt. Diesen hat die Stadt aber Anfang 2017 zurückgezogen – auch, um angesichts knapper Haushaltskassen den Eigenanteil von 1,3 Millionen Euro zu sparen. Die Förderung sei an eine energetische Sanierung gebunden gewesen, hieß es damals. Die allgemeine Sanierung wären nur mit einen sehr geringen Prozentsatz gefördert worden. Deshalb entschied man sich dafür, in Eigenregie zu sanieren.