Blankenburg l Verlierer können doch noch zu Gewinnern werden. Das trifft diesmal auf die Stadt Blankenburg zu, die Anfang 2017 mit ihrer Bewerbung zur Landesgartenschau 2022 knapp gescheitert war. Nun gab es die von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) versprochene finanzielle Unterstützung für den unterlegenen Bewerber. Landesentwicklungsminister Thomas Webel überbrachte am Montagmorgen einen Förderbescheid über 1,12 Millionen Euro an die Harzstadt. Das Geld stammt aus dem extra aufgelegten Programm „Zukunft Stadtgrün“. Das Novum: Blankenburg ist der erste und einzige Nutznießer dieses Fördertopfes.

„Die Freude ist groß. Wir haben lange darauf hingearbeitet“, sagte Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU), der im historischen Rathaus den Bescheid in Empfang nahm. „Wir haben nach Bekanntgabe der Laga-Entscheidung nicht resigniert. Unsere Projekte waren so gut, dass wir sie in anderer Weise umsetzen wollen“, so das Stadtoberhaupt. Der Stadtpark sei neben dem Thiepark und den Barocken Gärten ein Kern-element. Wie Breithaupt betonte, ist die Förderzusage ein wichtiger Schritt: „Es brennt uns unter den Nägeln. Wir wollen endlich loslegen“, sagte er und hoffe, dass mit den Ideen zur Neugestaltung des Stadtparks „wir einen kraftvollen Schwung hinbekommen, der überall spürbar wird“.

Café, Toiletten und Teich

Im Detail geht es darum, Platz- und Wegeflächen zu erneuern, Garteneingänge neu zu gestalten, die Parkbühne wieder herzurichten und Pflanzungen zu ergänzen, ohne die Grundstruktur der Anlage zu verändern. Für die Bühne werde eine Nutzung als Freiluftkino und Veranstaltungsort angestrebt. „Der noch vorhandene kleine Musikpavillon wurde bereits durch eine Bürgerinitiative saniert. Durch eine attraktive Gestaltung des Umfeldes soll auch dieser wieder nutzbar sein“, heißt es im Konzept zur Weiterentwicklung des Stadtparks.

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An der Stelle des früheren Parkcafés soll sogar ein Neubau mit Café und Toiletten entstehen. „Als Anlaufpunkt für die Anwohner wird so ein sozialer Treffpunkt und wichtiger Bereich für das Wohnquartier und die Stadt entstehen“, heißt es weiter. Darüber hinaus soll der über die Jahre zugewachsene Aussichtshügel wieder freigestellt und ein zwischen dem Hügel und der Klosterstraße historisch belegter Teich neu angelegt werden. Dieser soll als Zwischenpuffer bei Starkregen gleichzeitig zum Hochwasserschutz beitragen. Weiterhin vorgesehen sind ein Duftgarten und farbenfrohe Staudenpflanzungen. Sie sollen die Attraktivität der Anlage erhöhen.

Mit dem Fördergeld kann nun auch endlich der Spielplatz ausgebaut und das Spiel-angebot für Jung und Alt mit Outdoor-Fitnessinseln ergänzt werden. Ebenso vorgesehen ist das Vergrößern und Begrünen des benachbarten Parkplatzes.

Blankenburg gibt 570.000 Euro aus

Einen entsprechenden Beschluss zur Aufnahme in das Förderprogramm und die Umsetzung der Umgestaltungspläne hatte der Stadtrat bereits Mitte Dezember 2017 gefasst. Neben dem Fördergeld, das sich Bund und Land teilen, hat die Stadtverwaltung Eigenanteile in Höhe von rund 570.000 Euro zur Kofinanzierung eingeplant.

Neben dem Geld aus dem Programm „Zukunft Stadtgrün“ erhielt Blankenburg am Montag weitere 800.000 Euro aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Mit rund der Hälfte dieses Geldes könne die Modernisierung des Kleinen Schlosses fortgesetzt werden, hieß es. Darüber hinaus werden fast 550.000 Euro aus dem „Stadtumbauprogramm“ bereitgestellt. Davon sollen etwa 350.000 Euro in der Altstadt investiert werden. Mehr als 190.000 Euro seien für den Rückbau von Wohnungen am Adolf-Ledebur-Ring in der Oesig vorgesehen.