Wernigerode l Die Kunststoff-Eisfläche ist leer, die Kletterwand ebenso. Gerade einmal fünf Kinder tummeln sich am Sonntagnachmittag in der Feuerstein-Arena in Schierke. Keine Seltenheit. Die Sommer-Zwischenbilanz für die neue Freizeitstätte fällt bisher mager aus.

„Wir hatten seit Mitte Mai 5000 Gäste“, informiert Arena-Chef Andreas Meling. Das sei aber ein zwiegespaltenes Bild. „An manchen Tagen haben wir zehn Besucher, an anderen wie beim Sommerfest oder bei der Lesung sind es mehrere hundert“, so Meling gegenüber der Volksstimme. Die Arena treffe in diesem Wochen das, was viele Freizeitstätten ohne Wasser treffe. „Bei Hitze sinkt die Bereitschaft der Leute, unter Kraftanstrengung zu klettern und sich zu bewegen“, sagt Meling.

Die Anlage war im Mai mit etwas Pech in die Sommersaison gestartet. Die Bauarbeiten waren noch nicht abgeschlossen. Zudem wurde die als neue Attraktion angepriesene, große Boulderwand wegen Lieferschwierigkeiten erst knapp einen Monat später aufgebaut.

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Wenig Interesse an Plastikeis

Dazu kommt, dass die Sommerattraktionen in der Arena auf weitaus weniger Interesse stoßen als erwartet. „Die Plastikeisbahn wird nur teilweise angenommen“, schätzt Andreas Meling ein. „Viele probieren es. Es ist aber schon ein großer Unterschied zum echten Eislaufen.“ Die Stadtverwaltung hatte die Kunststofffläche für diese Saison angemietet. „Ob wir das noch mal machen, ist offen.“ Gut angenommen werden dagegen die Hüpfangebote für kleinere Kinder. Diese hüpfen allerdings bis fünf Jahre mit freiem Eintritt.

Es sei von vornherein klar gewesen, dass „wir die hohen Besucherzahlen und Einnahmen in der Wintersaison generieren“, sagt Meling. Der Sommer sei als Ergänzung gedacht. „Das erste Betriebsjahr ist für uns immer noch Testsituation. Das ist ein Lehrjahr für alle.“

Dennoch soll das Angebot für die wärmeren Monaten weiter entwickelt werden. „Die Frage ist nur wie“, so der Arena-Chef. „Ich brauche einen Besucheranreiz, damit die Leute kommen. Das muss noch wachsen. Hier muss Schritt für Schritt etwas passieren.“ Problematisch sei dabei laut Meling das begrenzte Budget für Investitionen und Marketing, das er zur Verfügung habe. „Bestimmte Dinge gehen einfach nicht.“

Finanzieller Deckel

Die Ausgaben für den Betrieb der Anlage sind ebenfalls gedeckelt. Laut Stadtratsbeschluss darf die Stadt nur bis zu 200.000 Euro zuschießen. Ob das am Ende tatsächlich reicht, darüber will Andreas Meling keine Prognose abgeben. „Es kommen noch zwei starke Wintermonate.“ Auch die Entwicklung der Personalkosten spiele mit rein. „Ob 200.000 Euro reichen, das kann man jetzt noch nicht sagen.“ Es sei ohnehin der „engste finanzielle Rahmen“, den man setzen kann. „Diese Zahl wurde nie nach ihrer Plausibilität gerechnet, sondern nur politisch festgelegt.“

Hintergrund: Die Feuerstein-Arena wurde für knapp 9 Millionen Euro gebaut und im Dezember 2017 mit großer Eisfläche eröffnet. Im ersten Winter wurden 32.000 zahlende Besucher registriert und 220.000 Euro eingenommen. Hinzugerechnet müssen viele weiteren Gäste, die kostenlose Veranstaltungen in der Arena besuchten. Experten hatten knapp 100.000 Besucher für das ganze Jahr 2018 prognostiziert.