Wolmirstedt l Zum Ende der Zusammenkunft des Migrationsstammtisches am vergangenen Mittwoch in der evangelischen Fachschule Wolmirstedt an der Parkstraße wurde es offiziell. Aus der lockeren Zusammenkunft zahlreicher Ehrenamtlicher ist mit der Unterschrift der Gründungsmitglieder und der Wahl des Vorstands ein Verein geworden.

Das Integrationsbündnis Wolmirstedt setzt sich laut seiner Satzung für das friedliche Zusammenleben und die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsstatus, religiöser oder weltanschaulicher Zugehörigkeit in der Stadt Wolmirstedt un in den benachbarten Regionen ein.

Auf die Fahnen geschrieben haben sich die Vereinsmitglieder Beratungen und Unterstützungen für Flüchtlinge und Asylbewerber, also genau das, was die Teilnehmer des Migrationsstammtisches bereits seit Monaten praktizieren.

Am Mittwoch diskutierten sie nun die bereits im Vorfeld entworfene Satzung für den Verein, der sich juristisch gesehen bis zur Eintragung beim Amtsgericht in Gründung befindet. Wenige Änderungen wurden noch eingearbeitet, dann beschloss die Versammlung von elf Gründungsmitgliedern die Satzung und wählte den Vorstand. Christine Bauer, Anni Hoja und Basem Sido stehen nun dem Verein vor, Christine Bauer als Vorsitzende und Anni Hoja als Schatzmeisterin.

Die Beschlüsse fielen jeweils einstimmig, es gab weder Gegenstimmen noch Enthaltungen. Alle Gründungsmitglieder, auch jene Bewohner des Asylbewerberheims an der Schwimmbadstraße, die im neuen Verein Mitglieder sind, sprachen dem Vorstand einhellig das Vertrauen aus.

Auf den Verein kommt nun weiter einiges an Arbeit zu: „Wir wünschen uns Patenschaften für die Flüchtlinge“, erklärt Christine Bauer. Und zwar am liebsten direkt. „Mir wäre es am liebsten, zwei, drei Flüchtlinge direkt und dauerhaft an die Hand zu nehmen und mit ihnen Deutsch zu pauken, auch über einen Chat und ihnen einfach das Leben in Wolmirstedt zu zeigen, damit sie hier leben können“, sagt sie.

Kennenlernen könne man sich über ein gemeinsames Essen oder Ausflüge. Später, wenn Flüchtlinge ihre Familien haben nachholen können, seien auch Familienpatenschaften denkbar. „Wir haben jedenfalls einiges vor, und über den Verein können wir Unterstützung auch einfach besser organisieren. Für die Flüchtlinge und auch für uns selbst“, sagt Christine Bauer.