Born l Das Wetter zu beobachten, und dazu noch ehrenamtlich – diese Tätigkeit betreibt Hubertus Krumm nun schon seit 25 Jahren auf seinem Grundstück in Born. Dass er das tut, war ein Wunsch des Deutschen Wetterdienstes. „Man hat mich gefragt, nachdem der Wetterbeobachter aus Born gestorben war“, erzählt Hubertus Krumm.

Durch den Beruf seines Vaters als Revierförster hatte Krumm einen engen Bezug zur Natur. „Mein Vater musste den Niederschlag messen wegen der Waldbrandstufen“, berichtet der 55-Jährige. Dabei half er seinem Vater.

Seit 1881 wird Wetter in Born aufgezeichnet

Hubertus Krumm lebt auf dem alten Forstdienstgehöft. Hier wurde bereits von August 1881 bis 1945 das Wetter aufgezeichnet. Damals war es die Aufgabe der Förster, das Wetter zu beobachten. Nach einigen Jahren er Pause in Born beschloss der Meteorologische Dienst der DDR im Jahr 1951, die Wetterbeobachtung im Ort wieder aufzunehmen.

Die Aufgaben eines ehrenamtlichen Wetterbeobachters haben sich im Laufe der Jahre geändert. Früher musste Hubertus Krumm die Menge des gefallenen Regenwassers noch selbst ablesen. Handbögen mussten schriftlich ausgefüllt und an den deutschen Wetterdienst übermittelt werden. 2005 wurde die Technik automatisiert. Das bedeutet, dass die Regenmessstation den Niederschlag wiegt und die Daten direkt an den Wetterdienst leitet. Hubertus Krumm kann dann in seiner App auf dem Handy sehen, wie viel Niederschlag gefallen ist. „ Die Anlagen sind vom Wetterdienst zertifiziert und an allen anderen Stationen herrscht die gleiche Ausgangssituation“, erklärt er.

Schneehöhe kann nicht digital gemessen werden

Die Schneehöhe kann jedoch nicht automatisiert weitergegeben werden. Dafür ist der ehrenamtliche Wetterbeobachter auch heute noch unverzichtbar. Mit einer Matte, die sich neben der Regenmessstation im Gras befindet, kann Krumm die Höhe des Schnees ermitteln. „Der Schnee bleibt auf der Matte liegen und dann messe ich die Höhe“, erklärt er. Diese Werte trägt er jeden Tag in seine App ein. „Man wacht früh auf und nimmt das Handy, und so wie man seine Nachrichten checkt, gibt man die Daten ein“, sagt Krumm. Von Oktober bis April trägt er die Schneehöhe in die App ein. Gibt es Hagel oder andere lokale Wetterereignisse, gibt der 55-Jährige diese sofort an den Wetterdienst weiter. Ist Hubertus Krumm arbeiten oder im Urlaub, helfen seine Tochter und seine Mutter ,die Werte weiterzugeben. „Es ist immer sichergestellt, dass die Daten eingetragen werden“, sagt Krumm.

Neben den Beobachtungen für den deutschen Wetterdienst beobachtet der Borner für sich noch einige andere Wetterdaten. Jeden Tag trägt er in seinem Niederschlagsbuch seine Werte ein. Ein Trommelschreiber in seinem Garten zeichnet jeden Tag die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit von einer Woche auf. Danach wechselt Krumm das Papier im Trommelschreiber.

Die Tätigkeit als ehrenamtlicher Wetterbeobachter gehört für Krumm zum Alltag dazu. „Es ist eine sehr langfristige Sache. Es ist schon eine gewisse Verantwortung, die man hat“, erzählt er. Bei Schulungen des Deutschen Wetterdienstes erfährt der 55-Jährige viel über die Klimaentwicklung. Dies sei sehr interessant.

Die Beobachtungen liefern Hubertus Krumm wichtige Erkenntnisse über den Wetterverlauf im Ort: „Man sieht den Niederschlag immer mehr in Perioden fallen.“ Trotz der letzten zwei trockenen Sommer hat er im Juni und Juli 2019 die meisten Niederschläge gemessen, allein am 12. Juli 2019 34.4 Millimeter. Im letzten Jahr fielen insgesamt 502 Millimeter Niederschlag in Born.