Wolmirstedt l „Da wird man Rentner und denkt, jetzt hat man Zeit zum Lesen. Und dann das“, klagt Hartmut Wernstedt. Bei ihm hatte sich die Netzhaut abgelöst. Zwar kann er nach mehreren Operationen wieder besser sehen, nichtsdestotrotz nutzt er gerne die Beratung von Susanne Templin und Christiane Campe.

Mit dem „Blickpunkt Auge“-Mobil, einem kostenlosen Angebot des Blinden- und Sehbehindertenverbands Sachsen-Anhalt, sind sie im ganzen Bundesland unterwegs, um Menschen zu beraten. Zweimal im Jahr kommen sie nach Wolmirstedt auf den Boulevard und geben Ratschläge zu den diversen Folgen, die mit einer Augenerkrankung verbunden sind.

Steuerfreibetrag und Zuzahlungen

Dazu zählen etwa finanzielle Aspekte wie ein Steuerfreibetrag und Zuzahlungen. „Wir helfen den Leuten auch dabei, den Antrag für einen Schwerbehindertenausweis auszufüllen“, erklärt Susanne Templin.

Weiterhin hat das „Blickpunkt Auge“-Mobil einige technische Hilfsmittel an Bord, beispielsweise sogenannte Bildschirmlesegeräte. „Wie ein Polylux damals“, beschreibt Hartmut Wernstedt die Funktionsweise. Auch Kreuzworträtsel lassen sich an dem Gerät machen, wie der Rentner beweist. Obwohl es zunächst gewöhnungsbedürftig sei, auf diese Weise zu schreiben.

Technische Hilfe für Kreuzworträtse

„Ich wurde gut beraten“, resümiert Hartmut Wernstedt, auch wenn er hofft, noch eine Weile auf optische Hilfsmittel abseits einer Brille verzichten zu können. Als er das Mobil verlässt, wartet bereits der nächste, der sich beraten lassen möchte.

„Das Angebot wird gut angenommen“, sagt Christiane Campe, weist aber daraufhin, dass sie weder Augenärzte, noch Optiker seien, also keine Diagnosen stellen oder Sehtests machen können.

Gang zum Augenarzt muss sein

Es kämen natürlich überwiegend ältere Leute, um sich zu informieren. „Wir haben aber auch schon jüngere Menschen mit Sehproblemen gehabt. Bei ihnen ist dann häufig die Frage, wie es beruflich weitergeht“, nennt Susanne Templin einen weiteren Aspekt ihrer Beratungen.

Die Beratung im „Blickpunkt-Auge-Mobil“ können die Wolmirstedter im September wieder aufsuchen. Ein genauer Termin wird noch bekanntgegeben.