Wolmirstedt l Yevgen Bartsytskyy stammt aus der Ukraine und ist vor sieben Jahren nach Deutschland gekommen, lebt längst mit seiner Familie in Wolmirstedt. Dennoch verfolgt der Journalist die Entwicklung des Landes, in dem er groß geworden ist, sehr aufmerksam. Manches von dem, was er im Fernsehen oder übers Internet sieht, hört oder liest, bereitet ihm Sorgen, besonders die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland. „Deshalb möchte ich Odessa zeigen, wie es heute aussieht.“

Im Dezember ist er in die ukrainische Hafenstadt am Schwarzen Meer gereist und hat mit der Kamera vor allem den Alltag festgehalten: Kinder auf der Straße, den Hafen, die Oper. Yevgen Bartsytskyy zeigt eine ganz normale Stadt, in der das Leben pulsiert, eine Stadt, die sich mausert, in der es graue Häuser ebenso gibt, wie farbenfrohe Häuserzeilen und geschichtsträchtige Bauten.

Journalist seit sieben Jahren hier

„Diese Ausstellung ist wie ein Besuch in meiner Heimat“, sagt Larissa Korshevnyuk, „ich bin seit 20 Jahren nicht dort gewesen.“ Die Ukrainerin ist in Odessa groß geworden, lebt seit 1996 in Deutschland und gehört zur jüdischen Gemeinde „Liberale“ in Magdeburg.

Viele Besucher der Ausstellungseröffnung stammen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion und zeigten sich angesichts der Bilder gerührt. Wolmirstedter waren im Gegensatz zu anderen Ausstellungseröffnungen kaum gekommen, lediglich Mitglieder des Fotoclubs „Iris“ schauten sich zusammen mit Yevgen Bartsytskyy die Fotos an. So blieb die Sprache der Vernissage vorwiegend russisch.

Viele Gäste aus Osteuropa

Der Ukrainer Sergej Bartzizki hat eines der Fotos zu seinen Lieblingsansichten gekürt. Es zeigt zwei Männer an einem Schachbrett, einer ist jung, der andere alt. Das Schachbrett ist am Rande eines belebten Fußweges aufgebaut. „Es steht immer dort“, erklärt er, „und immer finden sich Menschen, die dort miteinander spielen. Egal, ob alt oder jung, Mann oder Frau.“ Dieses Bild symbolisiere für ihn die schöne Seite Odessas.

Museumsleiterin Anette Pilz freut sich, diese Bilder auf der Schlossdomäne zeigen zu können. Auch wenn das Hauptaugenmerk dieses Hauses der Wolmirstedter Geschichte gehört, ist es für die Geschichtshüter selbstverständlich, das Museum auch für andere Kulturen zu öffnen.