Barleben l Auf einer Leinwand in der Mitte sind skizzenhaft die Umrisse einer Frau zu sehen. Von links und rechts rasen geballte Fäuste auf sie zu, die von den Wörtern „Keine Gewalt“ optisch gestoppt werden. Das dreiteilige Kunstwerk mit rotem Hintergrund ist definitiv ein Blickfang. Aber es steht noch für viel mehr: Es gehört zu einer Reihe von Bildern, die 2018 im Rahmen eines Graffiti-Projektes einer 11. Klasse des Wolmirstedter Gymnasiums entstanden sind und ein klares Signal gegen Gewalt an Mädchen und Frauen setzen sollen.

Teil des internationalen Aktionstages

Das Graffiti-Projekt wiederum war im vergangenen Jahr Teil des internationalen Aktionstages gegen Gewalt an Frauen am 25. November. „Es sind so tolle Bilder entstanden, dass wir sie gern in einer Ausstellung zeigen wollten“, erklärte Franka Gottschalk, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Börde, am Dienstag bei der Vernissage im Foyer der Barleber Gemeindeverwaltung. Dort sollen die sieben Werke, bestehend aus insgesamt zwölf Einzelbildern, nun bis Mitte September zu sehen sein.

„Entstanden sind Werke, die sensibilisieren, berühren und zum Nachdenken anregen“, erklärt die Arbeitsgruppe „Gewaltprävention“ des Landkreises Börde in einem Informationsblatt zur Ausstellung. Die Arbeitsgruppe hatte sich ebenfalls 2018 gegründet. Neben Beschäftigten der Kreisverwaltung wirken darin unter anderem auch viele Vereine wie der „Weiße Ring“ mit, zudem auch das Deutsche Rote Kreuz, der Kreissportbund, die Interventionsstelle „Häusliche Gewalt und Stalking“ und viele weitere Akteure.

Bilder

Fast jede fünfte Frau wird Opfer von Gewalt

Der Arbeitsgruppe nach wird fast jede fünfte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer häuslicher und jede siebte Frau Opfer sexueller Gewalt. Mit der Ausstellung wollen die Initiatoren das Thema ins Gespräch bringen, es enttabuisieren. „Viele Betroffene trauen sich nicht, etwas zu sagen“, erklärte Franka Gottschalk. „Wenn viele die Bilder sehen, bekommen sie vielleicht den Mut, den Mund aufzumachen“, ergänzte Dieter Montag vom Opferschutzverein „Weißer Ring“ bei der Ausstellungseröffnung in Barleben.

Bürgermeister Frank Nase pflichtete den Gästen bei: „Es ist wichtig, dass man den gesellschaftlichen Diskurs zu diesem Thema voran bringt“, betonte er. „Gewalt gegen Frauen hat in unserer Gesellschaft nichts zu suchen“, fügte er hinzu.