Wolmirstedt l Die Autobahn 14 stellt niemand in Frage. Kein Stadtrat, nicht der Ortschaftsrat Mose und auch nicht die Ortsbürgermeisterin Helga Steinig. Sie fordert allerdings seit Jahren einen Lärmschutz für Mose. Denn steht die Autobahn, fahren am kleinen Wolmirstedter Ortsteil tagtäglich 36.600 Autos vorbei. Das sagen aktuelle Prognosen für das Jahr 2025 voraus. Neben der Belastung mit Abgasen bedeutet soviel Verkehr vor allem eins: endloses Autorauschen.

Angesichts dieser Fahrzeugzahl unterstützt die Stadt Wolmirstedt in ihrer Stellungnahme zum Autobahnbau die Moser Forderung nach ausreichendem Lärmschutz. Doch die Planungen sehen so einen Lärmschutz trotzdem nicht vor. So viel Ignoranz will der Stadtrat nicht dulden. „Die Planungen sollen um Schallschutzmaßnahmen, insbesondere bei Mose, ergänzt werden“, beantragte Frank Senkel (Grüne), „sonst stimmen wir nicht zu.“ Diese Klarheit fordert auch Waltraud Wolff (SPD): „Wenn wir ein politisches Signal setzen wollen, dann jetzt.“ Der Stadtrat stellte sich fast einstimmig hinter den Antrag Frank Senkels.

Positionspapier verfasst

Dieses deutliche Votum für den Lärmschutz freute Helga Steinig. Sie hatte im Namen des Ortschaftsrates ein Positionspapier verfasst. Darin beklagt sie, dass bei der Ermittlung der Lärmimmission nicht berücksichtigt wurde, dass der Wind meist von West und Nordwest nach Mose mit dem Autolärm weht, sondern die allgemeinen Werte von Sachsen-Anhalt zugrunde gelegt wurden. Außerdem fürchtet sie für Mose eine größere Belastung durch den Zubringerverkehr.

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Der Autobahnabschnitt, zu dem die Stadt Wolmirstedt eine Stellungnahme abgeben muss, soll von der Anschlussstelle Dahlenwarsleben bis zur Anschlussstelle Wolmirstedt verlaufen. Die Strecke ist gut elf Kilometer lang und durchquert unter anderem die Gemarkungen Dahlenwarsleben, Meitzendorf, Klein Ammensleben, Groß Ammensleben, Jersleben, Samswegen und Wolmirstedt. Bei Mose tangiert die Trasse den Bereich Hammberg bis zur Anschlussstelle nördlich von Mose. Bauträger ist die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und Bau GmbH (Deges).

Die Bauplanungen werden durch Verkehrsprognosen ergänzt. Nach denen wird vermutet, dass in Sachsen-Anhalt im Jahr 2025 werktäglich zwischen 23.800 und 39.400 Autos die Autobahn 14 befahren, speziell im Bereich Mose sollen es 36.600 sein. Im Gegenzug soll die Bundesstraße 189 dort um etwa 8000 Autos pro Tag entlastet werden.

Sorge: Lebensqualität leidet

Allerdings nehmen die Experten auch an, dass in den Folgejahren aufgrund der demografischen Entwicklung der Autoverkehr rückläufig ist. Der Gesamtverkehr solle dennoch gleichbleiben, da erwartet wird, dass der Güterverkehr auf der Straße zunimmt.

Aufgrund dieser Erhebungen hat der Ortschaftsrat Mose neben Lärmschutzwänden auch die Verlegung von Flüsterasphalt, eine Geschwindigkeitsbegrenzung entlang der Ortslage Mose, ein Überholverbot für Lkw in diesem Bereich sowie eine Über- oder Unterführung für Radfahrer und Fußgänger von der Ortslage Mose Richtung Tannberg gefordert. Helga Steinig betont: „Ohne Schutzmaßnahmen kommt es zu erheblichen Einbußen der Lebensqualität in Mose und einer Wertminderung der Grundstücke.“