Zielitz l Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit. Einer der Risikofaktoren dabei ist der deutlich zu hohe Konsum von Speisesalz – Natriumchlorid. Ärzte empfehlen deshalb eine natriumarme Ernährung. Zunehmend greifen nun Lebensmittelhersteller auf Kaliumchlorid zurück und ersetzen oder reduzieren damit das Speisesalz in ihren Produkten.

Kein Wunder, dass das KaliSel aus Zielitz weltweit gefragt ist. „Wir haben Abnehmer auf allen Kontinenten“, verrät Jens Hollenbach, Betriebssleiter der Anlage, die im Zielitzer Kaliwerk das gefragte Produkt herstellt, „Hauptabnehmer ist der asiatische Markt.“

34.000 Tonnen jährlich

Im Jahr 2009 nahm die für 28 Millionen Euro errichtete Anlage ihren Betrieb auf. Bis zu 34.000 Tonnen Kali in Lebensmittelqualität können hier jährlich produziert werden.

„Dazu entnehmen wir Lauge aus dem Kreislauf des Heißlöseprozesses“, schildert Betriebsingenieurin Caroline Hornig den technologischen Ablauf, „die Lauge wird filtriert und hochreines Kaliumchlorid auskristallisiert. Die Kristalle werden in nachfolgenden Schritten entwässert, getrocknet und gesiebt.“ Damit das Produkt schön fließfähig bleibt, werden geringe Mengen Konditionierungsmittel zugesetzt.

Vollautomatisch arbeitende Anlagen verpacken das begehrte Produkt. „Je nach Kundenwunsch in 1000-Kilogramm-Bigbags, in 25-Kilogramm-Foliensäcke oder für amerikanische Kunden in 50-Pound-Säcke“, erläutert Anlagenfahrer Sebastian Drünkler. Metalldetektoren sorgen dafür, dass keine metallischen Fremdkörper im Produkt enthalten sind.

Höchste Qualitätsansprüche

Die Kunden stellen höchste Ansprüche an die Qualität des Endproduktes. Das ist kein Wunder, wird KaliSel doch unter anderem in Fertiggerichten und Pudding, in Süßigkeiten, isotonischen Getränken oder Tütensuppen verwendet.

Deshalb erfolgt die Produktion unter Reinraumbedingungen. „Es gibt eine separate Luftzufuhr, wobei die Luft zuvor gefiltert wird“, nennt Caroline Hornig nur eine der Vorsichtsmaßnahmen. Der Produktionsraum kann nur über Schleusen betreten werden.

Strenge Vorschriften

Kein Wunder, dass die Zielitzer KaliSel-Produktion nach dem höchsten Standard der Lebensmittelbranche zertifiziert wurde – dem IFS (International Food Standard). Dieses Zertifikat muss bei den alljährlichen Audits des renommierten Fresenius-Institutes verteidigt werden. „Zusätzlich führen aber auch Kunden eigene Audits bei uns durch“, macht Jens Hollenbach deutlich, wie penibel die acht Mitarbeiter der Anlage auf die Einhaltung aller Vorschriften achten müssen.

Das gilt übrigens auch für Besucher. Die müssen nicht nur ihre Kleidung wechseln, oder sämtlichen Schmuck ablegen, sondern auch ein Haarnetz und im Bedarfsfall sogar ein Bartnetz tragen. „Die Mitarbeiter unserer Anlage ziehen sich auch nicht in der Kaue um, sondern nutzen eigene Sanitärräume“, erläutert der Betriebsleiter.

Die Arbeitskleidung werde zudem in einer zertifizierten Wäscherei gereinigt.