Wolmirstedt l „Welche Tiere könnt ihr erkennen?,“ fragt Bastienne Schröter die neuigierigen Kinder, die sich um sie herum versammelt haben. Es war mal wieder Vorlesezeit in der Bibliothek in Wolmirstedt. Diesmal las die Bibliotheksleiterin den Kindern aus dem Bilderbuch „Der Löwe in dir“ vor.

Die Mädchen schauten sich die Bilder genau an, erkannten eine Giraffe, ein Nashorn, eine Maus und noch viel mehr Tiere. Sie lauschten gespannt, während ihnen Bastienne Schröter die Geschichte vorlas. „Wir wollen, dass die Kinder schon so früh wie möglich mit Büchern in Kontakt kommen. Darum veranstalten wir die Vorlesezeit. Damit die Eltern dazu angeregt werden.“

Beim Treffen der Bibliotheksleiterinnen des Bördekreise, das am Mittwoch in Wolmirstedt stattgefunden hat fand ein reger Erfahrungsaustausch zur Zukunft der Bibliotheken statt. Bastienne Schröter hörte sich dabei gespannt an, was ihre Kolleginnen aus Barleben, Haldensleben, Weferlingen, Oebisfelde, Wanzleben und Zielitz zum Thema neue Medien zu sagen hatten. „Hat schon jemand die Tonis bestellt?“, fragte zum Beispiel Angelika Ermel aus Haldensleben. Tonis sind Figuren aus Plastik, die auf Knopfdruck Geschichten vorlesen.

Bilder

Medien sind sehr gefragt

Diese Medien seien sehr gefragt, so Ronni Wagner von der Gemeindebibliothek in Zielitz. Bastienne Schröter ist eher eine, die sich für klassische Bücher ausspricht: „Für unsere kleine Bibliothek ist das zu teuer.“ Beim Treffen war auch Katrin Dinebier, von der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken , anwesend. Die Bibliotheken Zielitz, Wolmirstedt und Barleben und Haldensleben und Wanzleben haben jeweils bereits einen gemeinsamen Antrag auf Fördermittel des Landes gestellt. Im Fall von Zielitz, Wolmirstedt und Barleben könne, schon Mitte Juli Geld bereit stehen. Die Fördermittel sind zweckgebunden für den Ankauf von Medien, darunter nicht nur Bücher, sondern auch „non-book-Medien“, sowie CDs, Dvds und eben die Hörspielboxen. „Aber die Tendenz geht nicht zu non-books“, so die Fachfrau des Landes, „es werden noch viele Bücher gekauft“. Bibliotheken in diese Richtung zu leiten, habe das Land auch gar nicht vor, so Dinebier. Jedoch gäbe es Förderprogramme, bei denen Bibliotheken mit Schulen zusammenarbeiten, wo „mehr Digitalität gewagt werden soll“. Das heißt, dass Bibliotheken über diese Programme zum Beispiel auch I-Pads bestellen können. Dass es für Bibliotheksleiterinnen längst nicht mehr nur um Bücher geht, zeigt aber auch eines der Themen der Fortbildungen, die Dinebier vorstellt: „Gaming“, also eine Fortbildung zu Computer-Spielen, wird zum Beispiel in Magdeburg angeboten.

„Außerdem“, so Schröter, „ist die Onleihe unser zweites großes Feld“. Sie soll benutzerfreundlicher werden, darüber waren sich die Anwesenden einig. Einen Vorschlag dazu, so Dinebier, werde es auf der Verbundskonferenz in Quedlinburg geben.