Samswegen l „Die Ernte war in diesem Jahr durchwachsen“, resümiert Stefan Köppe. „Dabei war der Jahresbeginn mit den Frühlingsblüten und dem Raps sehr gut“, sagt der Samsweger Imker. Problematisch wurde es dann bei der Robinie, auch unter dem Namen Akazie bekannt. Durch die starken Regenfälle Anfang Juni, konnte dort nur eine schwache Ernte gewonnen werden. „Im Vergleich zum Vorjahr fehlt mir etwa ein Drittel“, sagt Köppe. Der Ernteertrag beim Lindenhonig, den der Samsweger wegen seines Mentholaromas auch Erkältungshonig nennt, sei in etwa wie im Vorjahr gewesen.

Seit über zwei Jahren ist Köppe hauptberuflich als Imker aktiv und gerade in den vergangenen Monaten, hat er nahezu jeden Tag an der frischen Luft verbracht. Dabei geht es ihm nicht nur um die Ernte, sondern auch die Weitergabe seines Wissens. Vier Schulklassen aus Samswegen, Haldensleben und Wolmirstedt waren in den letzten Wochen vor Ort, um sich die Honigernte zeigen zu lassen.

„Zuerst zeige ich den Schülern immer eine Bienenwabe und einen Schaukasten“, sagt Köppe. Auf den Blick in ein aktives Bienenvolk verzichtet er dabei, auch um zu vermeiden, dass es zu Stichen kommt. „Wenn ich den Kindern dann den Aufbau eines Volkes erklärt habe, geht es für sie selbst zur Honigherstellung.“

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Zunächst werden die Waben entnommen und die Verdeckelung entfernt. „Wenn die Wabe voll ist, dann verdeckelt die Biene sie“, erklärt Stefan Köppe. Ähnlich einem Einmachglas wird sie abgedeckt, um den Inhalt frisch zu halten.

Kinder dürfen selbst Honig herstellen

Wenn die Verdeckelung gelöst ist, werden die Waben ausgeschleudert. Dies geschieht automatisch in einer Maschine, aus deren Boden dann der frische Honig dringt. Dort wird der Honig noch einmal gesiebt und gefiltert. Dann ist er bereits probierfertig und besonders frisch.

„Das dürfen die Kinder alles selber machen, sie warten schon immer ganz gespannt darauf, wann der Honig herauskommt“, berichtet Köppe. Sobald der Honig fertig sei, dürften die Kinder ihn auch direkt probieren. Zum Abschluss bekommt jeder ein kleines Glas mit dem selbst gewonnenen Honig mit nach Hause.

Wer mit seiner Klasse einmal die Imkerei kennenlernen will, kann sich für den nächsten Sommer schon bei Stefan Köppe anmelden. „Ich mache das immer sehr gerne, weil die Kinder mit einer solchen Begeisterung dabei sind“, sagt er.

Um auch für das nächste Jahr vorbereitet zu sein, plant Köppe bereits seit Mai. Momentan ist er dabei, passende Königinnen für die Bienenvölker zu finden. „Dabei achten wir auf Produktivität, Fortpflanzung, geringes Schwarmverhalten und möglichst geringe Aggressivität“, erklärt er. Ein optimales Volk pflanze sich schnell fort, sammle viel Honig und zeige ein geringes Schwarmverhalten. Mit der Aggressivität ist vor allem ein schnelles Stechen gemeint.

Königin wird je nach Volk ausgetauscht

„Wenn ein Volk nicht gut funktioniert, dann entnehme ich die Königin und gebe dem Volk eine neue“, sagt Köppe. Die neuen Königinnen wiederum, werden aus Larven von gut funktionierenden Bienenvölkern entnommen. Zur Begattung werden die Königinnen, die durch einen weißen Punkt auf dem Rücken zu erkennen sind, in ein extra ausgewähltes Volk gesetzt, dies hat Köppe bereits am Anfang des Jahres ausgewählt.

Für die Bienen steht im August die Behandlung gegen die Varroamilbe an und im Anschluss das Einwintern. Für den entnommenen Honig bekommen die Bienen eine spezielle Zuckerlösung als Winterfutter. „Eine weitere Milbenbehandlung steht kurz vor Weihnachten an, wenn die Bienen aufhören zu brüten“, informiert Stefan Köppe.

Im Winter möchte Köppe den Ausbau seiner Produktionsräume vorantreiben und perspektivisch würde er gerne einen Hofladen eröffnen. „Dort kann ich noch speziellere Sorten verkaufen, auch andere Honigprodukte wie Senf. Und natürlich kann ich die Leute dort individuell beraten.“ Außerdem ist im Juni 2017 ein Honigschleuderfest geplant. Dabei soll es auf dem Hof mehrere Marktstände geben und die Besucher können, wie bei einem Tag der Offenen Tür, in den Imkereibetrieb reinschauen. Das genaue Datum stehe aber noch nicht fest, so Stefan Köppe.