Rogätz l Als Rolf Huth am Dienstag in aller Frühe mit seinem Hund spazieren geht, glaubt er seinen Augen nicht zu trauen. Unweit des Buhnenkopfes, der flussaufwärts des Fähranlegers in den Fluss ragt, kann er eine angerostete Granate erkennen. Hier waren noch am Sonntag etwa 300 Schwimmer beim 19. Rogätzer Elbebadetag angelandet.

Der Rogätzer verständigt umgehend das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Elbe-Heide. „Wir sind sofort zur Fundstelle geeilt und haben dann unsere beiden Regionalbereichsbeamtinnen der Polizei angerufen“, berichtet Karl-Heinz Bergwein, Mitarbeiter im Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Elbe-Heide und Leiter der Rogätzer Feuerwehr.

Die Polizei alarmierte umgehend den Kampfmittelbeseitigungsdienst. Dessen Spezialisten stellen vor Ort fest, dass es sich bei dem Fundobjekt um eine Sprenggranate mit einem Durchmesser von 10,5 Zentimetern handelte. In dieser Granate befanden sich 1,3 Kilogramm Sprengstoff. Der eingebaute Uhrwerkszünder hatte beim Aufschlag aber nicht ausgelöst. Da die Granate deswegen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst nicht über eine längere Strecke transportiert werden konnte, wurde eine kontrollierte Sprengung angeordnet. Die erfolgte auf einem angrenzenden Feld abseits der Elbe und des Deiches.

Schon einige Tage zuvor war an der Ohremündung eine sowjetische Übungsmine aufgefunden worden. „Wer Altmunition findet, sollte diese auf keinen Fall berühren, sondern umgehend das Ordnungsamt oder die Polizei informieren“, warnt Karl-Heinz Bergwein. Ständige Streifengänge durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes am Elbufer seien aber nicht vorgesehen.

Besonders am Rogätzer Elbufer könnten aber noch so einige Überraschungen dieser Art auftauchen. Im April 1945 hatten amerikanische Truppen das Elbedorf erreicht. Vom Ostufer der Elbe beschossen daraufhin Einheiten der deutschen Wehrmacht das Dorf. Dabei kamen mehrere Menschen ums Leben und wurden zahlreiche Häuser beschädigt.