Wolmirstedt l Ab heute gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen die Maskenpflicht. Damit begann für viele Bürger die Jagd nach einem Mund- und Nasenschutz. Großer Andrang herrschte in den Apotheken, dort sind die Lager inzwischen leer. Selbst Arzt- und Physiotherapiepraxen können kaum noch versorgt werden. In der Adler-Apotheke wird mittlerweile empfohlen, genähte Masken zu nutzen, die sich waschen und immer wieder verwenden lassen. Auch ein Tuch eigne sich gut, um andere Menschen bestmöglich vor Ansteckung zu schützen. So können sich Menschen trotz der Lieferengpässe behelfen.

Von Lieferschwierigkeiten kann auch Heike Fuldner-Moser, Inhaberin der Rathaus-Apotheke, ein Lied singen. Gestern gab es am Ende des Tages auch dort keine einzige Maske mehr. Sie hofft nun auf neue Ware, kann aber keinen Termin nennen. „Wir warten jeden Tag auf Lieferungen, zapfen alle möglichen Quellen an“, sagt sie und bittet im Interesse aller: „Wer erst einmal versorgt ist, kann später welche hinzukaufen.“ So werde gewährleistet, dass erst einmal jeder einzelne über eine Grundversorgung verfügen.

Nachfrage ist gestiegen

Die Nachfrage nach Masken spürten auch die Schneidereien. Bei Gudrun Bergmann in der Damaschkestraße standen die Menschen gestern früh Schlange, auch Heike Stöhr in der August-Bebel-Straße und Birgit Osinsky in Farsleben haben sich aufgrund immenser Kundennachfragen aufs Akkord-Maskennähen spezialisiert. „Das Telefon klingelte pausenlos“, sagt Heike Stöhr.

Inzwischen ist auch der Polstermöbelhersteller Steinemann zur Maskenproduktion übergegangen. Dort wird eigentlich Bezugsstoff für Liegen, Sessel und Sofas zugeschnitten, inzwischen werden auch in der Werkstatt nördlich des Lindenparks Schutz für Mund und Nase genäht. Der Vorrat an fertigen Masken ist dort noch gering, Kunden können bestellen und sich auf einen Tag Wartezeit einstellen.

Aus der Adler-Apotheke kommt trotz der Maskenpflicht eine Warnung: „Die Menschen sollen sich trotz der Masken nicht zu sicher fühlen und weiterhin Abstand zueinander wahren.“