Wolmirstedt l Eigentlich hatte die Tafel in Wolmirstedt kreisweit als erste ein ganz neues System für die Kunden eingeführt. In Corona-Zeiten ist dies jedoch nicht weiterzuführen. „Die Menschen konnten wie in einem Einkaufsladen aus den Auslagen wählen“, erzählt Mandy Oelke, Tafelverantwortliche des DRK-Kreisverbandes. Um die Kontaktvermeidung durchzusetzen, sei man vorerst einen Schritt zurück gegangen. Das bedeutet, es werden wieder Beutel für die Kunden gepackt.

„Die Tafeln an unseren drei Standorten sind gut versorgt“, sagt Mandy Oelke. „Die Spendenbereitschaft unserer Partner und vieler privater Menschen ist ungebrochen und hat sich in der Krisenzeit sogar noch erhöht.“ So gebe es bei den Tafeln ausreichend frische Produkte für die Kunden. Die Tafelverantwortliche ermutigt die Bedürftigen sogar, sich mit benötigten Waren zu versorgen. „Wir haben auch schon damit begonnen, nach Hause zu liefern“, sagt sie. Derzeit werde darüber nachgedacht, diesen Service auch bei einer künftigen Normalisierung weiter zu führen.

Befristete Bezugsscheine auf Anfrage möglich

Außerdem könne jetzt ein Kunde Beutel für Andere mit in Empfang nehmen. „Er muss lediglich die Kartennummer des Betreffenden angeben, für den er Waren abholt“, betont Sebastian Penke, verantwortlich für die soziale Arbeit im Bereich der Tafeln. Er hat die drei Tafeln in Oschersleben, Haldensleben und Wolmirstedt über vier Jahre kennen und organisieren gelernt – kennt sich somit bestens aus. Zudem ist er Ansprechpartner für die soziale Hilfestellung und fertigt die Bezugskarten aus.

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Das DRK geht in dieser Zeit aber noch weiter. „Wir haben uns mit der Thematik Kurzarbeit beschäftigt“, erzählt Mandy Oelke. „Da bleibt für die Menschen oft nicht viel Geld über. Daher können sich ab sofort diese auch bei uns melden.“ Ein Telefonat zu dem Thema genüge völlig und die Verantwortlichen beim DRK wollen unbürokratisch helfen. Dies soll über die Ausstellung eines zeitlich begrenzten Bezugsscheins für die Tafel erfolgen. „Die Ausstellung des Scheins übernehme ich“, versichert Sebastian Penke. „Über die Bedürftigkeit entscheidet in dem Fall lediglich das persönliche Gespräch und die dabei dargelegte Situation.“

Kleiderkammern bleiben derzeit geschlossen

Die Kleiderkammern sind schon mit der Umsetzung der Anordnungen der Landesregierung geschlossen worden. Das war bereits vor etwa drei Wochen. „Nur so konnten wir dem Kontaktverbot Rechnung tragen“, erläutert Mandy Oelke. „Bei Bedarf finden wir aber auch hier eine Lösung.“ So könnten die Ehrenamtlichen entsprechende Pakete zur Abholung vorbereiten.

Das Packen der Lebensmittel nehmen derzeit nur die freiwilligen Helfer vor, denn auch in Sachen Personal ist eine entsprechende Verringerung erfolgt. So befinden sich etliche Helfer im Homeoffice und die Tafel wird von je vier Freiwilligen im Wechselmodus betrieben. „Das klappt ganz gut“, schätzt Mandy Oelke ein. „Die Beutel werden nur noch über ein Fenster an die Kunden vergeben.“ Bargeld wird auch nicht ausgetauscht, die Ausgabe dagegen auf einer speziellen Karte dokumentiert.

Die Ehrenamtlichen schützen sich zudem zusätzlich mit Handschuhen und einer Mundmaske. Auch die Anwendung von Desinfektionsmittel ist vorgeschrieben für Hände und Flächen. So werden auch die Räumlichkeiten entsprechend gereinigt. Der Alltag in Corona-Zeiten ist auch für die freiwilligen Helfer nicht einfach. „Dennoch haben sie die Bereitschaft, uns weiterhin zu unterstützen“, sagt Mandy Oelke. „Das ist löblich und dafür sind wir sehr dankbar.“ Die Ehrenamtler, die in Wolmirstedt tätig sind, agieren in diesen Tagen vorsichtiger, haben aber ihre Fröhlichkeit nicht verloren und so mancher Kunde bekommt zur Auflockerung einen spaßigen Spruch mit auf den Heimweg.

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