Feuerwehr

Das neue Farsleber Gerätehaus wird teurer als ursprünglich gedacht

Das Feuerwehrgerätehaus in Farsleben ist in einem desolaten Zustand, dafür sollen die Floriansjünger nun Ersatz bekommen. Allerdings wird dieser deutlich teurer. Im Ortschaftsrat wird unterdessen Kritik an der Verwaltung laut.

Von Tom Wunderlich
Das aktuelle Gerätehaus entspricht keinen aktuellen Standards mehr. Der Neubau soll nur wenige Hundert Meter entfernt gegenüber Webers Hof entstehen.
Das aktuelle Gerätehaus entspricht keinen aktuellen Standards mehr. Der Neubau soll nur wenige Hundert Meter entfernt gegenüber Webers Hof entstehen. Archivfotos (2): Tom Wunderlich

Farsleben - Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass das Feuerwehrgerätehaus in der Straße Im Winkel mit schlechten Noten bei einer Überprüfung abgeschlossen hat. Nun aber wird bereits am neuen Gerätehaus getüftelt und bald sollten auch eigentlich die Arbeiten beginnen. Nun aber ist bekannt geworden, dass nicht nur der Bau teurer wird, sondern auch die Arbeiten später beginnen, als den Farslebern zunächst bekannt.

Mit einer in Auftrag gegebenen Risikoanalyse vor einigen Jahren fiel das Urteil für das Gerätehaus „Im Winkel“ in Farsleben vernichtend aus. Der Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr entspricht nicht mehr den aktuellen Standards. Konkret ist das Gebäude einfach zu klein, für seine Bestimmung. Laut dem Gutachten passen die Raumstrukturen nicht mehr. So ist die Fläche in Sachen Arbeitsschutz viel zu klein. Auch ein zeitgemäßer Sanitärtrakt und Barrierefreiheit fehlen. Das schnelle Umziehen im Falle eines Einsatzes ist auch nur unter größter Vorsicht möglich. Größter Minuspunkt ist allerdings die Ein- und Ausfahrt sowie die Straße „Im Winkel“. Hier passen kaum zwei Fahrzeuge aneinander vorbei. Noch gefährlicher wird die Situation allerdings, wenn die großen Löschfahrzeuge, aktuell hat die Feuerwehr ein modernes Tanklöschfahrzeug sowie ein Löschgruppenfahrzeug, zum Einsatz ausfahren. Hinzu kommt noch ein kleineres Mannschaftstransportfahrzeug.

Wenn das Gebäude einmal fertig sein sollte, haben die Farsleber eines der modernsten Gerätehäuser in der Region. Ausgebaut werden soll dieses in zweigeschossiger Form. Im Erdgeschoss befinden sich zukünftig drei Fahrzeugstellplätze und eine Werkstatt. Zudem wird die 4,90 Meter Fahrzeughalle mit einer sensorgesteuerten Abgasabsauganlage ausgestattet. Auch eine Stiefelwäsche ist geplant. Außerdem sollen im Erdgeschoss die Sanitärtrakte sowie ein barrierefreies Klo entstehen. Vor dem Gerätehaus soll zudem eine Ladestation für Elektrofahrzeuge gebaut werden. Im Dachgeschoss stehen zukünftig 160 Quadratmeter zur Nutzung bereit. Diese werden durch die Farsleber Kameraden, nachdem grundlegende Arbeiten beendet sind, in Eigenleistung fertiggestellt. Um die neue Energiesparverordnung einzuhalten wird das Dach unter anderem mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet und das Gebäude durch eine moderne Heizungsanlage gespeist. Ein Punkt scheint jedoch bei der Gestaltung des Ersatzneubaus noch seitens der Kameraden in der Kritik zu stehen. Die künftigen Tore der Feuerwehr sollen nämlich Beige und nicht rot werden. Ob es hier noch eine Änderung geben wird, werden die zukünftigen Detailplanungen zeigen.

350.000 Euro mehr für Neubau

Allerdings steht nun auch fest, dass der Ersatzneubau definitiv teurer wird. Ursprünglich waren seitens der Verwaltung eine Summe von knapp einer Million Euro anvisiert. „Leider hat uns die Verwaltung mitgeteilt, dass die Kosten deutlich höher ausfallen“, erklärt Ortsbürgermeister Rolf Knackmuß. So würden sich laut Fachdienst Bau und Liegenschaften die Kosten auf 1.568.256 Euro belaufen. Das bedeutet für die Stadt bereits jetzt einen Mehraufwand von mehr als 350.000 Euro. Nach Angaben der Verwaltung resultieren die Mehrkosten aus zusätzlichen Gründungskosten, aus den erhöhten baulichen Anforderungen infolge des Gebäudeenergiegesetzes, der Preissteigerungsquote und den denkmalrechtlichen Anforderungen.

Was die Farsleber besonders freuen dürfte, ist der Erhalt der alten Eiche. Eigentlich sollte diese für die neue Feuerwehrausfahrt weichen. Die Alternative wäre gewesen, dass die Kameraden zugunsten der Nichtfällung an einen anderen Standort hätten ziehen müssen. Hier hatte die Stadtverwaltung unter anderem ein Grundstück am Ortsrand in der Nähe des Sportplatzes in Erwägung gezogen. Allerdings wird das Gebäude am Wunschstandort in der Planung nun gespiegelt. Somit muss nun nur eine Kastanie weichen. Dafür soll es entsprechende Ersatzpflanzungen in Farsleben geben.

Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis in Farsleben wirklich der erste Spatenstich erfolgt. So sei mit einem Baustart nicht vor dem dritten Quartal diesen Jahres zu rechnen. „Und da beginnen gerade mal die archäologischen Untersuchungen des großen Geländes. Wenn dann da auch noch was gefunden wird, werden sich die Bauarbeiten wieder verzögern und die Kosten weiter steigern“, folgert der Ortsbürgermeister. Die Verwaltung habe als voraussichtliches Bauende den 29. April 2023 verkündet.

„Wir würden uns einfach wünschen, dass sich die Verwaltung für uns auch einfach mal Zeit nimmt und das in Ruhe mit uns bespricht“, moniert Knackmuß weiter. Seine Jungs von der Feuerwehr würden Tag und Nacht für die Stadt bereit stehen und trotzdem suche man nun seitens der Verwaltung nach Einsparpotenzialen beim Neubau eines dringend benötigten Feuerwehrgerätehauses. „Das ist für uns absolut unverständlich.“ Man sei allgemein unzufrieden mit dem Planungsfortschritt.