Barleben l Die Mitglieder des Gemeinderates hatten im Vorfeld den Weg für die Investitionen in die digitale Infrastruktur an beiden Schulen freigemacht. Bereits im Jahr 2015 war mit dem Beschluss des Gemeinderates, das Gebäude in der Feldstraße 20 gemeinsam von Grund- und Gemeinschaftsschule zu nutzen, eine Auflage durch das Landesschulamt erteilt worden. Diese besagt, dass die digitale Infrastruktur auf ein mobiles Konzept umzustellen ist. Diese Maßgabe basierte auf der Umnutzung der seinerzeit vorhandenen EDV-Klassenräume in reguläre Klassenräume.

Gut ein Jahr später hatten die Räte der Ertüchtigung der IT an beiden Schulformen im Rahmen eines Förderprojektes zugestimmt. Im September 2018 beschloss der Rat, die weitere digitale Modernisierung weiterhin nur mit Unterstützung durch Fördermittel zu realisieren. So konnte mit den bisher ausgegebenen Geldern eine solide Netzinfrastruktur geschaffen werden. Daneben sind diverse Netzwerkkomponenten und auch mobile Endgeräte angeschafft worden, jedoch nur ein kleiner Teil.

70.000 Euro aus dem eigenen Haushalt

Deshalb, so das aktuelle Vorhaben, soll in Notebooks beziehungsweise Tablet-Computer investiert werden, und zwar für jene Schüler, die privat keines dieser Endgeräte besitzen. Dafür sowie weitere Maßnahmen wurden 271.000 Euro in den laufen Haushalt eingeplant, wobei rund 200.000 Euro als Fördermittel zurückfließen sollen. Doch hatten die Räte während der Beratungen zum aktuellen Etat beschlossen, auf die betreffenden Haushaltsstellen einen Sperrvermerk zu setzen. Die Mittel sollten nur fließen, wenn eine differenzierte Aufstellung der geplanten Ausgaben erfolgt.

Die Verwaltung hatte nachgelegt und sogenannte Medienentwicklungspläne sowie Einsatzkonzepte der Grund- sowie der Gemeinschaftsschule vorgelegt. Diese waren im Zuge der Antragsverfahren für Fördermittel ausgearbeitet worden. So hatten die Mitglieder des Haupt- sowie des Sozialausschusses im Sommer die Aufhebung der Sperrvermerke beschlossen.

Wie Michael Schumann, Bereichsleiter Bürgerservice in der Barleber Gemeindeverwaltung, gegenüber der Volksstimme mitteilte, ist am Donnerstag ein Vertrag des zuständigen Landesministeriums im Rathaus eingetroffen. Der Kontakt regelt die Anschaffung der mobilen Endgeräte für Schüler, die privat keines besitzen.

Allein dafür stehen 30.000 Euro zur Verfügung. Davon werden 22.000 Euro in Notebooks für die Gemeinschaftsschule investiert sowie 8000 Euro in Tablets für die Grundschule. „Die Technik wird bestellt, sowie das Geld bei uns eingeht. Ich denke, die Mittel werden in dieser Woche ankommen“, sagt Schumann.

So könnte mit einer Lieferung nur wenige Wochen später gerechnet werden. „Wir sind aber deutschlandweit nicht die einzige Kommune, die für ihre Schulen Computer bestellt. Alle profitieren ja vom Digitalpakt der Bundesregierung“, führt der Bereichsleiter aus. Aus dem Digitalpakt stammen nämlich die Fördermittel, die aktuell an diverse Schulen im gesamten Bundesgebiet ausgezahlt werden. „Wir wissen, dass es Lieferschwierigkeiten gibt. Es gibt sogar Gemeinden, die aus diesem Grund Gebrauchtgeräte anschaffen wollen“, berichtet Schumann

Vor eineinhalb Wochen habe der entsprechende Fördermittelantrag die Barleber Verwaltung verlassen. Die Gefahr, dass der Antrag abgelehnt wird, bestehe nicht, „wir haben ja einen Anspruch.“

Doch bleibt es nicht nur bei den mobilen Endgeräten. So muss die passende Software implementiert werden. „Der Auftrag ist ausgelöst“, berichtet Schumann dazu. Zu guter Letzt werden die Klassenräume mit Smartboards ausgestattet. Dabei handelt es sich um digitale Tafeln. Somit hat die Kreide auch hier für immer ausgedient.