Barleben l Das Prinzip ist ganz einfach: Wer ein Buch ausgelesen hat, stellt es in den Bücherturm und darf sich dafür wieder ein neues herausnehmen. Es wird also Buch gegen Buch getauscht. Auf die Idee kam der Leiter des Mehrgenerationenzentrums Wolfgang Buschner, als er andernorts ein solches Angebot gesehen hat. „So etwas lebt natürlich vom Mitmachen“, sagt Buschner und hofft, dass das Angebot gut angenommen wird.

Und zum Mitmachen hatten die Gäste der kleinen Einweihungsfeier natürlich gleich ein paar Bücher mitgebracht. Als erster durfte Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff ein Buch über Sachsen-Anhalt hineinstellen – mit persönlicher Widmung. Der Standort sei sehr gut gewählt, sagte der Bürgermeister. Der Hof sei ein Zentrum der Gemeinde. Wolfgang Buschner wünscht sich, dass der Bücherturm ein neuer Treffpunkt für Bücherfreunde wird.

99 Prozent sind gesponsert

In einigen Orten wird ein solches Prinzip in ausgedienten Telefonzellen angewendet. Für Buschner stand aber fest: „So ein Ding bauen wir uns selber“. Und da dafür echte Handwerkskunst von Nöten ist, hat sich der Elbeuer Tischler Sven Palme kurz entschlossen dazu bereit erklärt, einen solchen Bücherturm für die Gemeinde zu bauen. Des einen Glück ist aber des anderen Leid, denn die Auftragsbücher des Tischlers waren so voll, dass das Projekt nicht so schnell in Angriff genommen werden konnte, wie gewünscht. Kurzerhand wurde mit Dirk Meinhard von der Wörlitzer Tischlerei Hübner ein anderer Tischler gefunden, der sich der Arbeit annahm. Sven Palme wollte sich aber nicht lumpen lassen und stellte sämtliches Holz für das Werk zur Verfügung. An sechs Wochenenden machte sich dann Meinhard ans Werk und zimmerte die schicke Echtholzzelle. „Ein wahres Prachtexemplar der Tischlerkunst“, stellte auch Barlebens Ortsbürgermeister Frank Nase bei der Eröffnung fest. Dank des Engagements der beiden Tischler hat der Bücherturm die Gemeinde nahezu gar nichts gekostet. „99 Prozent sind gesponsert“, betonte Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff.

Wichtig ist Wolfgang Buschner, dass in den Bücherturm nur wertige Bücher einziehen: „Bitte keine Groschenromane.“ Auf keinen Fall soll der Bücherturm eine Konkurrenz für die Barleber Bibliothek darstellen. Dass sie sich darum keine Sorgen mache, betonte die Bilbliotheksleiterin Manja Selle und brachte als Zeichen gleich eine große Tasche mit Büchern für die Ein-Quadratmeter-Bibliothek mit.