Groß Ammensleben l Bei der Erarbeitung eines „Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzeptes“ – kurz: IGEK – geht es in die nächste Phase. Wie Jan Bartelmann, Leiter des Projektes in der Niederen Börde, im Volksstimme-Gespräch erklärte, sollen in den ersten beiden November-Wochen Ortschaftsstammtische stattfinden, auf denen Bürger ihre Wünsche für die Zukunft ihrer Gemeinde äußern können (siehe Infokasten).

Jeweils zwei Mitarbeiter der Verwaltung und ein Vertreter der Entwicklungsgesellschaft, die das IGEK für die Niedere Börde und Barleben schreibt, wollen vor Ort sein und die Ideen und Anregungen aufnehmen. Wenn bestimmte Punkte kritisiert werden, sagt Jan Bartelmann, wäre es schön, wenn Verbesserungsvorschläge mit eingebracht werden.

Jung und alt sind gefragt

„Es soll ein auf breiter Basis stehendes Konzept werden“, erläutert der Projektleiter. Gefragt sind alle – ob alt oder jung. Auf verschiedenen Veranstaltungen hatte die Verwaltung in den vergangenen Wochen bereits ein „Wünschezelt“ aufgestellt, in dem auch die Kinder der Gemeinde ihre Gedanken aufschreiben konnten. „Dadurch erfahren wir, was die Kinder wollen, wenn auch nicht alles umgesetzt werden kann“, erklärt Jan Bartelmann. Ein Schwimmbad in jedem Ort oder gar eine Achterbahn wären zwar nicht machbar, aber vielleicht ja beispielsweise ein neuer Bolzplatz.

Bilder

Das Konzept, das in Kooperation mit der Gemeinde Barleben entsteht, umfasse sämtliche Punkte, die das Leben in der Gemeinde betreffen, darunter beispielsweise die Themen Infrastruktur, demografische Entwicklung, Bildung, Freizeit und Wirtschaftsförderung (siehe Grafik). Nach den Stammtischen sollen Arbeitskreise gebildet werden, die – aufgeteilt nach Themengebieten – die gesammelten Ideen, Wünsche und Anregungen sortieren und zusammenfassen sollen. Auch in diesen Arbeitskreisen sei die Mitarbeit der Bürger gefragt.

Förderung von Bund und Land?

Den Beschluss, gemeinsam mit der Gemeinde Barleben ein Integriertes Gemeindliches Entwicklungskonzept zu erstellen, hatte der Gemeinderat der Niederen Börde bereits Anfang 2017 gefasst, um auch künftig Fördertöpfe der EU, des Bundes und des Landes anzapfen zu können. „Europäische Kommission, Bund und Land erwarten von allen Kommunen, dass sie die Beantragung öffentlicher Mittel für die Durchführung kommunaler Projekte auf der Grundlage eines von den jeweiligen Gremien bestätigten Entwicklungskonzeptes vornehmen“, erläuterte die Verwaltung in der dazugehörigen Beschlussvorlage.

„Ohne konzeptionelle Grundlagen“, hieß es weiter, würden Zuschüsse aus den verschiedenen Förderprogrammen künftig nicht mehr möglich sein.

Die Erarbeitung des IGEK wird vom Land mit 75 Prozent gefördert. Der geschätzte Eigenanteil für die Gemeinde wurde bei der Beschlussfassung in 2017 auf rund 8000 Euro geschätzt.