Wolmirstedt l Lernen in den Ferien? Unbedingt. Davon waren die zwanzig Mädchen und Jungen fest überzeugt, die ihre Osterferientage in der Kreisvolkshochschule verbrachten. Auf ihrem Tagesplan standen schließlich spannende Dinge: Comic und Capoeira.

Was ein Comic ist, wussten die Kinder, sie kannten genug Bildergeschichten, deren Texte in Sprechblasen kurz und knapp das Wesentliche erzählen. Aber Capoeira? Das war neu. Capoeira ist eine brasilianische Kampftanztechnik, in deren Geheimnisse die Capoeirista Madlen Seidewitz einweihte. „Capoeira hat sehr viel Spaß gemacht“, erzählt die 11-jährige Antonia Dittmann und begründet, warum: „Wir haben uns die ganze Zeit bewegt und es sah so aus, als ob wir uns kabbeln.“

Capoeira funktioniert nur in der Gruppe, es braucht einen Kreis, der die Kämpfenden vor unerwünschten Blicken schützt und Roda genannt wird. Die Mädchen und Jungen bildeten die Roda. Jeweils zwei von ihnen traten in der Mitte zum Kampf an, während die anderen sangen und dazu auf ihren Musikinstrumenten, den Berimbaus, den Rhythmus vorgaben. Auch diese Instrumente haben die Kinder aus Holzstäben und Dosen gefertigt.

Bilder

Ebenso selbstgemacht waren die Comics, die unter Anleitung zweier Mitarbeiter der Medienbildung in Szene gesetzt wurden. Die Geschichten entsprangen der Fantasie der Kinder und drehten sich um Entführungen oder Dramen am Rande des Fußballfeldes.

Symbol des Osterfestes

Der dritte Baustein des Kurses widmete sich dem Symbol des Osterfestes, den Eiern. Die Kinder bekamen die Aufgabe, einen Eier-Airbag zu bauen, dafür standen ihnen Strohhalme und eine Rolle Klebeband zur Verfügung. Sie ummantelten in verschiedenen Variationen die Eier und manche Kinder lösten die Aufgabe so gut, dass ihre Eier im Airbag sogar den Sturz aus dem vierten Stock heil überstanden.

Den „Talentcampus“ konnten die Kinder kostenfrei nutzen, er wurde vom Bundesminsterium für Bildung und Forschung gefördert. Außerdem kooperierte die Kreisvolkshochschule mit der Netzwerkstelle „Schulerfolg sichern“ des Awo-Kreisverbandes und dem Landkreis Börde. Mit im Boot waren auch Schulsozialarbeiter aus Wolmirstedt, Barleben und Hermsdorf, die das Projekt begleitet haben. Dafür standen Mittel aus dem europäischen Sozialfond bereit.

Antonia Dittmann würde so einen Ferienkurs gerne noch einmal mitmachen. „Dabei komme ich unter Leute und sitze in den Ferien nicht vor dem Computer.“

Saskia Leberecht verspricht: „In der ersten Sommerferienwoche gibt es eine neue Gelegenheit.“