Mose l Die Ortsfeuerwehr Mose ist wirklich klitzeklein. Neun Kameraden gehören dazu, doch was diese neun Kameraden leisten, kann sich sehen lassen. Ortswehrleiter Thomas Nagel klopft seinen Leuten verbal feste auf die Schultern. „Wir haben Erstaunliches vollbracht.“ Zu 30 Einsätzen sind sie im Vorjahr ausgerückt, zu 21 Brandeinsätzen, sieben Mal haben sie technische Hilfe geleistet und zweimal Brandsicherheitswachen geschoben. Doch das ist noch nicht alles. Die Kameraden sehen sich nicht allein als Retter in der Not, sondern auch dem Dorfleben verpflichtet.

Als sich Mose im Frühjahr putzte, putzten sie mit. Als Kindertag gefeiert wurde, bauten sie ihr Spritzenhäuschen auf. Als der Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband sein neues Gebäude einweihte, gehörten sie zum Rundum-Programm. „Unsere neun Kameraden haben zusammen 813 Ausbildungs- und Einsatzstunden geleistet beziehungsweise waren im Dienst der Allgemeinheit unterwegs.“

Nachwuchs wird gefördert

Dafür gab es viele gute Worte vom Stadtwehrleiter Michael Langrock. „Das sind 90 Stunden, die jeder einzelne Kamerad geleistet hat, mehr als zwei ganze Arbeitstage.“ Unverzichtbar seien sie für die gesamte Stadtfeuerwehr, die Moser Kameraden, auch wenn sie manchmal bei den Einsätzen nur zu dritt anrücken. „Wir brauchen bei Bedarf immer zwei Atemschutzgeräteträger“, erklärt Michael Langrock, „wenn davon einer aus Mose kommt, „dann seid ihr enorm wichtig.“

Die Moser Ortswehr steht größeren Wehren in Nichts nach. Der Nachwuchs wird gefördert, und zwar von Roman Schulze und Kathrin Stempel in der Jugendwehr. Um die Kinderwehr kümmert sich Andrea Nagel. Die Jüngsten spielen viel, freuen sich aber auch schon auf das Zeltlager in Farsleben.

Der Zusammenhalt der einzelnen Ortswehren wird groß geschrieben. Dafür steht neben Stadtwehrleiter Michael Langrock auch Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU). Während seiner Amtszeit wurde die Feier zum Florianstag eingeführt. Das ist der Schutzpatron der Feuerwehrleute und ihm zu Ehren kommen alle Wolmirstedter Kameraden einmal im Jahr zusammen, dieses Jahr am 6. Mai in Mose. Den Auftakt dieses Festtages bildet stets ein Gottesdienst. Nur: Mose hat gar keine Kirche. „Wir müssen das ohne Kirche stemmen“, sagt Thomas Nagel, „aber wir machen was Schickes daraus. Dafür sind wir Mose.“

Geübt haben die Moser Kameraden bereits im vergangenen Jahr. Da blickte die Wehr auf ihr 80-jähriges Bestehen zurück und hat dieses Jubiläum mit einer großen Party gefeiert. Vor allem Glindenberger Feuerwehrkollegen haben mitgeholfen. Auch in diesem Jahr wird Moses Wehr beim Kinderfest dabei sein sowie beim Teichfest im August. „Vielleicht“, hofft Thomas Nagel, „ist der Teich dann schon entschlammt.“ Alles andere wird gelingen. Thomas Nagel weiß: „Mose lebt.“