Rogätz l Bereits beim Besteigen der Elbfähre in Rogätz sorgen die Free Rider weithin für Aufsehen. Stilecht die Kleidung, in die sich einige Mitglieder des Trosses geschält haben. Jeans, versteckt unter ledernen Beinkleidern – den so genannten Chaps – Hemden, darüber Westen, Halstücher und vor allem Cowboyhut und Cowboystiefel sorgen für einen Hauch an Wildwestromantik.

20 Reiter-Pferd-Paare, Kutsche und Versorgungsfahrzeug – mehr bedarf es nicht, um die Fähre vollständig zu füllen. Nach kurzer Fahrt über den Elbstrom sammelt sich die Gruppe am Ostufer und nimmt am Freitagnachmittag den ersten Tagesabschnitt unter die Hufe. Ziel ist Körbelitz, 26 Kilometer sind zu bewältigen.

„In Körbelitz haben wir auf dem Reiterhof Vogler übernachtet, die Pferde auf der Koppel und in den Boxen, die Reiter im Stroh in den Pferdeboxen“, plaudert Ilka Sterdt aus dem Nähkästchen.

Deetz, ein Stadtteil der Stadt Zerbst/Anhalt, heißt das Etappenziel am Sonnabend, ungleich länger ist die Strecke. 43 Kilometer absolvieren die Free Rider, genießen die Natur. „In Deetz sind wir herzlich von der dortigen Teichwirtschaft aufgenommen worden. In Lostau haben wir nette Leute getroffen, die sich über unseren Tross freuten und Reiter und Pferde mit Wasser versorgten“, berichten die Free Rider.

Das Wanderreitwochenende sei ohne Probleme über die Bühne gegangen. Einzig negativ sei eine BMW-Fahrerin aufgefallen, weiß die Gruppe zu berichten. „Sie wollte unsere Truppe in einer Ortschaft unbedingt überholen. Sie ist rücksichtlos in die Gruppe gefahren und hat gedrängelt. Hier wünschen wir uns mehr Rücksicht für Pferde und Reiter, denn manche Autofahrer gehen nicht vom Gas und bedenken nicht, dass Pferde Fluchttiere sind“, berichten die Rider.

Bei Ankunft in der Heimat sind Reiter und Pferde natürlich erschöpft, aber Zufriedenheit herrscht. „Die Gruppe hat eine wunderschöne Natur gesehen und ein tolles Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt erlebt“, beschreibt Ilka Sterdt die Gefühlslage.