Wolmirstedt l Renate Oelze pflegt die Grabstätte ihres Ehemanns, den sie vor einigen Wochen hat zu Grabe tragen müssen. Zur Trauer der 77-Jährigen gesellt sich Missfallen, denn von der letzten Ruhestätte ihres Mannes auf der anonymen Anlage ist eine Blumenschale entfernt worden. „Man versucht, die Bestattungsstätte schön herzurichten, aber dadurch kann einem wirklich die Lust vergehen“, äußert sich die enttäuschte Wolmirstedterin, als sie am vergangenen Sonnabend den Blumenfrevel festgestellt hatte. „Am Montag habe ich dann eine neue Schale gekauft und sie wieder am angestammten Platz abgestellt.“

Dass dies kein Einzelfall ist, bei dem etwas vom Grab auf dem Friedhof gestohlen worden ist, haben Gespräche mit anderen Friedhofsbesuchern ergeben. Langfinger würden dann mitnehmen, was nicht niet- und nagelfest sei. Betroffen seien ganze Reihen. Neben Schnittblumen seien es Gestecke und Grabkerzen, die verschwinden. Sogar eingepflanzte Grünpflanzen seien ausgegraben worden, berichtet eine Friedhofsbesucherin aus eigenem Erleben. „Vielleicht kann die Friedhofsverwaltung ihre Kontrollgänge intensivieren und einmal mehr über den Friedhof schauen“, wünscht sich Renate Oelze.

Verwelktes wird entfernt

Die Pflege der anonymen Urnengemeinschaftsanlagen obliege der Stadt, informierte Elke Genzel von der Friedhofsverwaltung auf Nachfrage. Alles Wissenswerte dazu könne in der aktuellen Friedhofssatzung nachgelesen werden. „Verwelkte Blumen und Gebinde werden einmal wöchentlich von dieser Anlage geräumt. Wichtig zu wissen ist, dass Blumen und Gebinde auf den dafür vorgesehenen Anlageflächen abgelegt werden“, machte Elke Genzel deutlich. Steinfiguren, Grablichter und ähnlicher Grabschmuck auf den Beisetzungsflächen seien nicht erlaubt.

„Wir sehen regelmäßig nach dem Rechten auf unserem Friedhof. Unsere Mitarbeiter können aber nicht zu jeder Zeit präsent sein“, erklärte Elke Genzel. Zugleich äußerte sie ihr Unverständnis darüber, dass an diesem Ort der Einkehr und Trauer solche Dinge wie das unbefugte Entfernen von Blumenschmuck vorkommen. In der jüngeren Vergangenheit habe sie aber keine Informa- tionen zu solchen Vorfällen erhalten.

Der Wolmirstedter Friedhof ist täglich von 7 bis 21 Uhr, vom 1. Oktober bis 31. März von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Besucher werden bei Betreten des Friedhofs auf einer Schautafel über Verhaltensregeln informiert. So ist es nicht gestattet, zu rauchen, zu lärmen oder zu spielen, Anlagen zu verunreinigen oder zu beschädigen. Auch das Abreißen oder Mitnehmen von Blumen oder Pflanzen ist natürlich nicht erlaubt. Doch offensichtlich nicht Jeder hält sich daran, stellt Renate Oelze betrübt fest.